Wegen eines Handyfotos, das ihn mit Köpfen enthaupteter IS-Terroristen zeigt, muss sich ein Flüchtling aus dem Irak seit Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verantworten.

Dem 24-Jährigen, der Mitglied der irakischen Armee war und später als Flüchtling nach Deutschland kam, wird ein Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Das Foto habe er machen lassen, um die getöteten Kampfgegner zu verhöhnen und gezielt in ihrer Totenehre herabzuwürdigen, hieß es in der Anklage.

Mitbewohner mit dem Tod bedroht

Der Angeklagte lebte bis zu seiner Verhaftung im Sommer in einer Flüchtlingsunterkunft im Kreis Böblingen bei Stuttgart.

Dort soll er im November 2016 einen Mitbewohner aus Afghanistan mit dem Tod bedroht haben.

Laut Anklage zeigte er diesem Mann das Handyfoto und sagte, mit ihm das Gleiche zu machen wie mit den getöteten IS-Terroristen. Der 24-Jährige ist deshalb auch wegen Bedrohung angeklagt. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen.

Das Oberlandesgericht hat für das Verfahren sieben Verhandlungstage zunächst bis 14. Dezember angesetzt.© dpa