30 Jahre Mauerfall: Chronik einer friedlichen Revolution

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Von
Sander Rubens

Mit ihrer friedlichen Revolution haben die Menschen in der DDR zuerst den Fall der Mauer und knapp ein Jahr später die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglicht. Wir blicken mit bewegenden Fotos auf die Ereignisse vor 30 Jahren zurück.

Am Abend des 9. November 1989 geschieht in Berlin Historisches: Tausende Menschen strömen an die Grenzübergänge des geteilten Deutschlands.
Bereits am 1. November hatte die SED-Führung das visafreie Reisen in die Sowjetunion zugelassen. Zwei Tage später stimmt sie der Öffnung der tschechoslowakischen Grenze zur Bundesrepublik zu. Somit konnte sich nun jeder Ostdeutsche in seinen Trabi setzen und mit einem Umweg über die Sowjetunion in die BRD gelangen.
Unter wachsendem Druck entschließt sich die SED-Führung zur Öffnung der innerdeutschen Grenze zum 10. November. Als jedoch Günter Schabowski (Sekretär des Zentralkomitees der SED für Informationswesen; nicht im Bild), in einer Pressekonferenz am 9. November irrtümlicherweise die sofortige Grenzöffnung verlauten lässt, gibt es kein Halten mehr.
Die Westdeutschen Medien verbreiten sogleich, die Mauer sei "offen". Zu diesem Zeitpunkt sind sowohl die Grenzbeamten als auch die sowjetische Armee noch völlig uninformiert. Dennoch verlangen Tausende Menschen an den Grenzübergängen die "Öffnung" der Mauer.
Das Chaos bei den Behörden hätte auch schnell zum bewaffneten Eingreifen der Grenzsoldaten führen können - tat es aber nicht. Die Nacht verläuft friedlich und die Menschen erklimmen die Berliner Mauer.
Gegen 21:00 Uhr öffnen die ersten Grenzübergänge und allmählich strömen immer mehr Menschen aus der DDR Richtung Bundesrepublik Deutschland.
Nach und nach sammeln sich immer mehr Menschen an allen Grenzübergängen und der Druck auf die Behörden steigt.
Um Mitternacht waren dann alle Grenzübergänge in Berlin geöffnet. Auch die Schlagbäume an der West-Berliner Außengrenze sowie an der innerdeutschen Grenze waren nun passierbar.
Viele Menschen verfolgten die Grenzöffnung vor dem Fernseher. Einige machten sich sogar noch in der Nacht auf den Weg an die Grenzübergänge.
Die Berliner Mauer selbst wird zunächst noch weiterhin bewacht und Grenzübertritte zumeist verhindert. In den folgenden Tagen wurden jedoch auch hier einige symbolträchtige Übergänge geöffnet.
Am Vormittag des 10. November setzte dann der größte Ansturm auf die Grenzübergänge ein. Viele hatten in den Nacht die Grenzöffnung "verschlafen".
Nach 28 Jahren der Trennung durch Mauer und Todesstreifen feiern die Menschen überall in Berlin den "Mauerfall".
Auch in der übrigen DDR machen sich die Menschen auf den Weg.
An den Grenzübergängen bilden sich lange Schlangen.
Es werden Sonderzüge geschaffen, die den DDR-Bürgern die Ausreise ermöglichen sollen.
Viele DDR-Bürger werden in den kommenden Tagen zum ersten Mal die Bundesrepublik betreten.
An den Grenzübergängen strömen die Menschen erwartungsvoll in die BRD.
Auch am Checkpoint Charlie finden keine Grenzkontrolllen mehr statt....
...ebenso am Grenzübergang an der Bösebrücke in Berlin.
Am 13. Juni 1990 beginnt in der Bernauer Straße dann der offizielle und endgültige Abriss der Berliner Mauer.