Die Zahl der Heimatlosen in Afghanistan steigt. Allein vergangene Woche mussten 5.400 Menschen ihre Häuser verlassen. Der überwiegende Teil der Vertriebenen sind Kinder und Jugendliche.

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In Afghanistan sind seit Jahresanfang mehr als 206.000 Menschen vor Kämpfen mit den radikalislamischen Taliban aus ihren Dörfern und Städten geflohen. Das geht aus einem in der Nacht zu Mittwoch veröffentlichten Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor.

Demnach sind allein in der vergangenen Woche mehr als 5.400 Menschen heimatlos geworden - vor allem wegen schwerer Gefechte der Extremisten mit Regierungstruppen in der Provinz Urusgan (Süden). Der Angriff der Taliban auf die Provinzhauptstadt Gasni Mitte August führte zu mehr als 30.000 Vertriebenen.

57 Prozent der Vertriebenen sind unter 18 Jahre alt

Seit Januar gab es Kriegsvertriebene aus 31 der insgesamt 34 afghanischen Provinzen. 57 Prozent der Vertriebenen sind Kinder unter 18 Jahren. Laut Militärangaben kontrollieren die Taliban rund 14 Prozent der Bezirke des Landes, 30 Prozent sollen umkämpft sein.

Im vergangenen Jahr hatten die UN bis Anfang September rund 275.000 Binnenflüchtlinge registriert, im Gesamtjahr 2017 waren es rund 450.000. Ob alle der im Vorjahr als vertrieben registrierten Menschen weiter ohne Heimat sind, ist nach Angaben der UN unter anderem wegen des mangelnden Zugangs zu vielen umkämpften Provinzen schwer festzustellen. Afghanistan hat geschätzte 30 Millionen Einwohner.  © dpa

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