Stricken ist nicht nur ein Zeitvertreib beim Bahnfahren. Mit dem Handwerk lässt sich sogar bildlich darstellen, wie oft ein Zug pünktlich ist – oder eben nicht. Ein Pendlerin aus dem Münchner Umland hat alle Verspätungen ihrer Bahnen aus einem Jahr in einem selbst gestrickten Schal festgehalten.

Wer täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt, muss sich auf Verspätungen und Verzögerungen im Betriebsablauf einstellen. Oft fragt man sich dabei, ob es nur das eigene Empfinden ist, dass die Bahnen ständig zu spät kommen. Eine Pendlerin aus dem Münchner Umland hatte eine kreative Idee, um die (Un-)Pünktlichkeit ihrer Züge innerhalb eines Jahres bildlich darzustellen: Sie machte einen Schal daraus.

Die Farbe Rot steht für über 30 Minuten Verspätung

Die Münchner Journalistin Sara Weber postete ein Bild jenes Schals, den ihre Mutter, die Pendlerin, gestrickt hat, bei Twitter. Dabei stellen die unterschiedlichen Farben die Pünktlichkeit der Züge dar. Grau zeigt Verspätungen unter fünf Minuten an, rosa Maschen bedeuten fünf bis 30 Minuten Verzögerung. Die Farbe Rot zeigt an: Verspätungen über 30 Minuten auf beiden Fahrten oder auf einer Strecke.

Täglich strickte die Mutter von Sara Weber zwei Reihen, wenn sie zur Arbeit und zurück fuhr. Der Schal ist ihr Stimmungsbild, das vor allem in der zweiten Jahreshälfte ein frustrierendes Ergebnis mit viel roter Wolle zeigt. Sara Weber schreibt dazu auf Twitter: "Sechs Knäuel Wolle hat sie verstrickt. Nur die Hälfte davon war grau. Ihr MVV-Ticket kostet im Jahresabo mehr als 175 Euro pro Monat."

Verspätungs-Schal wird jetzt versteigert

Der Schal kommt in den sozialen Netzwerken gut an. "Maßnahme gegen das Elend: mach Kunst daraus! #cooleIdee", kommentiert eine Nutzerin bei Twitter. Ein anderer User meint: "Beste tragbare Infografik."

Viele Nutzer raten Sara Webers Mutter dazu, den Verspätungs-Schal zu versteigern. Und das tut sie nun tatsächlich – für einen guten Zweck. Bei Ebay liegt das aktuelle Höchstgebot schon bei über 750 Euro (Stand: 08.01. 06:30 Uhr). Die Einnahmen sollen an die Bahnhofsmission gehen.  © 1&1 Mail & Media / CF

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