Bayreuth/Halle (dpa) - Ist im Fall Peggy ein Mehrfachtäter der Mörder? Zumindest deuten darauf die Ermittlungen hin. Der neue Mordverdächtige im Fall der vor zwölf Jahren in Oberfranken verschwundenen Peggy wird einem Zeitungsbericht zufolge auch des sexuellen Missbrauchs zweier anderer Mädchen verdächtigt.

Die Staatsanwaltschaften Bayreuth und Halle ermittelten gegen den 29-Jährigen Mann aus Sachsen-Anhalt, berichtete der "Nordbayerische Kurier". Demnach wirft die Bayreuther Justiz dem Mann vor, die Tochter seines älteren Bruders missbraucht zu haben. "Er hat ein Geständnis abgelegt, demnächst wird gegen ihn Anklage erhoben", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel der Zeitung.

Polizei ermittelt gegen 29-jährigen Freund der Familie.

Auch eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Halle habe bestätigt, dass seit Juni 2013 gegen den Mann wegen sexuellen Missbrauchs eines Mädchens ermittelt werde, hieß es in dem Bericht weiter. Die Staatsanwaltschaften waren am Freitagnachmittag für eine Bestätigung nicht zu erreichen.

Neue Ermittlungen im Fall Peggy seit 2012

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass der 29-Jährige im Verdacht steht, die damals neunjährige Peggy aus Lichtenberg im Landkreis Hof ermordet zu haben. Der Mann wurde bereits in einem anderen Verfahren wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt.

Für den Mord an Peggy wurde 2004 der geistig behinderte Ulvi K. rechtskräftig zu lebenslanger Haft mit Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt. Ulvi K. hatte den Mord an Peggy zwar in einem Polizeiverhör gestanden, im Anschluss dann aber widerrufen. Seitdem beteuert er seine Unschuld. Die Justiz ermittelt bereits seit 2012 erneut in dem Fall, weil ein Zeuge, der den verurteilten Mörder schwer belastet hatte, seine Aussage widerrufen hat.

Das damals neun Jahre alte Mädchen war 2001 spurlos verschwunden. Bislang liefen alle Suchaktionen ins Leere, bis heute wurde keine Leiche oder andere Spuren, die auf den Verbleib von Peggy hinweisen, gefunden. (cai/dpa)