Wladimir Putin: Seine Machtreise in Bildern

Kommentare27

Vom Spion zum Präsidenten: 18 Jahre lang ist Wladimir Putin bereits der mächtigste Mann Russlands. Wir zeichnen die Reise des Machtmenschen in Bildern nach.

Im Jahr 1975 beendet Wladimir Putin sein Jurastudium an der Staatlichen Universität von Leningrad.
Im selben Jahr fängt Putin beim Auslandsressort des sowjetischen Geheimdienstes KGB an. In Dresden stationiert bespitzelt er von 1985 bis 1990 die Bonner Republik für die Sowjetunion. Deutschland scheint ihm zu gefallen: Er lernt fließend Deutsch und schickt später seine beiden Töchter auf die deutsche Schule in Moskau.
Wieder in Russland angekommen, wird er nach diversen Verwaltungsarbeiten 1998 zum Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB und Vorsitzender des nationalen Sicherheitsrats.
In dieser Zeit wird Putin zur Stütze des russischen Präsidenten Boris Jelzin. Am 9. August 1999 ernennt dieser seinen Vertrauten zum Ministerpräsidenten. Als der physisch angeschlagene Jelzin Silvester 1999 seinen Rücktritt erklärt, wird Putin verfassungsgemäß Präsident.
Am 26. März 2000 finden die Präsidentschaftswahlen statt und Putin gewinnt im ersten Wahlgang mit 53 Prozent der Stimmen.
Seine erste Amtszeit ist vor allem durch den zweiten Tschetschenienkrieg geprägt. Putin reagiert als starker Anführer erbarmungslos: Man müsse die tschetschenischen "Terroristen auf dem Klo kaltmachen".
Ansonsten beginnt Putin schnell damit, seine eigene Macht zu sichern und leitet die Gleichschaltung der Medien in die Wege. Medienunternehmer Wladimir Alexandrowitsch Gussinski (r.) muss unter Druck seinen privaten TV-Sender NTW an den staatlich kontrollierten Energiekonzern Gazprom verkaufen. Die vornehmlich kritische Berichterstattung des NTW ist damit beendet und Gussinski verlässt Russland.
Im September 2001 hält Putin in beinahe fließendem Deutsch eine Rede vor dem Bundestag. Dort sagt er, das Hauptziel seiner Innenpolitik sei "vor allem die Gewährleistung der demokratischen Rechte und der Freiheit, die Verbesserung des Lebensstandards und der Sicherheit des Volkes".
Im März 2004 gewinnt Putin die nächste Präsidentschaftswahl mit 71 Prozent der Stimmen und ohne wirkliche Gegenkandidaten. Die staatliche Kontrolle der Medien wirkt sich natürlich positiv auf seine Chancen aus.
2005 wird Angela Merkel Bundeskanzlerin in Deutschland und es kommt zum ersten Treffen der beiden Staatschefs. Über sein Verhältnis mit Merkel und dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder äußert Putin sich wie folgt: "Ich habe eine sehr gute persönliche Beziehung zur Bundeskanzlerin. Mit dem früheren Kanzler hatte und habe ich eine freundschaftliche Beziehung."
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2007 distanziert sich Putin vom Westen. Er verurteilt unter anderem die Monopolstellung der USA. Putin will keine Demokratie-Hinweise von Staaten, "die uns belehren, aber nicht gerade lernen wollen". Es ist sogar die Rede von einem "neuen kalten Krieg".
Laut Verfassung darf Putin kein drittes Mal als Präsidentschaftskandidat antreten. Am 1. Oktober 2007 verkündet er, er werde Ministerpräsident des ehemaligen Gazprom-Aufsichtsrats Dmitrij Medwedew. Dieser gewinnt im März 2008 schließlich die Präsidentschaftswahl mit über 70 Prozent.
In seiner Amtzeit unterzeichnet Medwedew eine Verfassungsänderung, nach der die Amtszeit des Präsidenten auf sechs Jahre erhöht wird. Das kommt Putin zu Gunste, der 2012 wieder für die Präsidentschaft kandidiert. Medwedew soll nun Putins Ministerpräsident werden.
Im Mai 2012 wird Putin mit mehr als 64 Prozent erneut zum Präsidenten gewählt. In Moskau kommt es zu heftigen Ausschreitungen bei Demonstrationen. Die Rede ist von Wahlfälschung.
In seiner dritten Amtszeit entfernt sich Putin weiter vom Westen und dreht die liberalen Reformen von Medwedew, der jetzt Ministerpräsident ist, zurück. Internationale Organisationen wie Greenpeace müssen sich als "ausländische Agenten" registrieren lassen, weil sie Hilfsgelder aus dem Westen erhalten. Der russische Begriff "Agent" kommt der Bezeichnung des Spions gleich.
Mittlerweile gilt auch das Verhältnis zwischen Putin und Merkel als angespannt. Bei einer Regierungskonsultation ist ihr wichtigstes Streitthema die Menschenrechtslage in Russland.
Auch die Beziehung zu den USA verschlechtert sich. Dafür ist nicht zuletzt der US-Whistleblower Edward Snowden verantwortlich, der in Russland Asyl beantragt.
Vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi entlässt Putin wichtige Putin-Kritiker wie die Mitglieder der Band Pussy Riot oder Mikhail Chodorkowski aus dem Gefängnis. Dies wird als Zugeständnis an den Westen gesehen.
Im Februar 2014 annektiert Russland die Krim. Russische Milizen besetzen das Regierungsgebäude und den Flughafen auf der Halbinsel. Putin ist für die Annexion direkt verantwortlich.
Im September 2015 mischt sich Putin in den Syrienkonflikt ein, indem er den Präsidenten Bashar al-Assad militärisch unterstützt. Die Macht des syrischen Regimes basiert nun insbesondere auf der russischen Luftwaffe und den iranischen Milizen.
Neue Themen
Top Themen