Die Wurstwaren von dem Hersteller Wilke werden mit zwei Todesfällen in Verbindung gebracht. Das Land Hessen hat nun eine Liste der betroffenen Produkte veröffentlicht und erklärt, wie Sie diese erkennen.

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Nach dem Skandal um gesundheitsgefährdende Wurstwaren des Produzenten Wilke veröffentlicht das hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nun eine Liste der Marken und Handelsnamen, die davon betroffen sind.

Welche Wilke-Produkte sind betroffen?

"Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen sind alle Eigenmarken der Fa. Wilke mit dem Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG", ebenso folgende Marken und Handelsnamen, sofern sie das Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG" tragen, betroffen“, heißt es dort.

Anschließend werden folgende Markennamen aufgelistet:

  • Haus am Eichfeld
  • Metro Chef
  • Service Bund "Servisa"
  • CASA, Pickosta
  • Sander Gourmet
  • Rohloff Manufaktur
  • Schnittpunkt
  • Korbach
  • ARO
  • Findt
  • Domino
  • Wilke

Achten Sie also auf die Markennamen, aber auch auf die Identitätskennzeichen der Wurstwaren. Wer Produkte mit der oben genannten Kennzeichnung im Kühlschrank hat, sollte sie entsorgen.

Auch an der Wursttheke im Supermarkt wurden teilweise Produkte von Wilke verkauft. Das Land Hessen rät in seiner Mitteilung: "Die Kunden werden sicherheitshalber gebeten, im Zweifelsfall bei den jeweiligen Verkaufsstellen nachzufragen, ob dort Produkte der Firma Wilke verkauft wurden."

Was sind Listerien?

Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Mehrfach wurden Listerien in Wilke-Produkten nachgewiesen.

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die in der Umwelt nahezu überall vorkommen. Lebensmittel können damit kontaminiert sein. Das kann während der Gewinnung oder der Verarbeitung passieren. Besonders anfällig sind Lebensmittel tierischer Herkunft.

Für wen sind die Keime gefährlich?

Die Bakterien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Auch für Neugeborene oder Schwangere stellen sie eine gesundheitliche Gefahr dar: Schwangere sollten rohes Fleisch und rohe Milcherzeugnisse meiden. Bei Käse sollten sie die Rinde entfernen.

Eine Aufnahme von Listerien bleibt oft unidentifiziert, weil sie die gleichen Symptome wie eine leichte Grippe hat: Fieber und Gliederschmerzen plagen die Betroffenen.

Bei stärkerer Kontamination oder schwachem Immunsystem kann es zu Fieber, Durchfall und Magenbeschwerden kommen. Im schlimmsten Fall führt die übermäßige Aufnahme von Listerien zu einer Sepsis oder einer Hirnhautentzündung.

Wie kann man sich davor schützen?

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit rät, Fleisch- und Fischgerichte vollständig durchzugaren. Listerien-Keime sind nicht hitzebeständig und werden so abgetötet. Auch Hackfleisch sollte nicht roh gegessen werden.

Bei leicht verderblichen Produkten solle man auf das Verbrauchsdatum achten. Listerien können sich auch im Kühlschrank vermehren, weshalb man die Lebensmittel nicht zu lange aufbewahren sollte.

Was passiert jetzt mit der Firma Wilke?

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Am Freitag hatte die Firma die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt.

Wie die Keime immer wieder in die Wurst kamen, untersuchten Spezialisten des Landes Hessen. "Im Fall Wilke Wurstwaren stellen sich derzeit noch viele Fragen, die beantwortet werden müssen, um Wiederholungen zu vermeiden", sagt Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne). (awa)

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
  • Robert Koch Institut
  • Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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