• Nach einem ungewöhnlich sonnigen März und Saharastaub kehrt pünktlich zum 1. April der Winter zurück.
  • Vielerorts muss wieder mit Schnee und glatten Straßen gerechnet werden.
  • Wo es in den nächsten Tagen sogar 20 Zentimeter Neuschnee geben kann.

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235 Stunden Sonnenschein: Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war ein März nie sonniger – oder trockener. Wegen großer Hochdruckgebiete gab es nur rund 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das sind nur 35 Prozent im Vergleich mit der Zeit von 1961 bis 1990.

Doch pünktlich zum wettertechnisch eher wankelmütigen April kommt ein drastischer Umschwung. Über einige Regionen Deutschlands ist der Winter bereits wieder hereingebrochen: In Norddeutschland sorgt aktuell eine Mischung aus starken Windböen, Schnee und Regen für eisige Verhältnisse.

Das merkt man auch bei der Bahn: Im Raum Hamburg hat der Wintereinbruch am Donnerstag bereits zu Störungen und Ausfällen im Bahnverkehr geführt.

Mittel- und Süddeutschland: Schneeregen und starker Schneefall

Während die Temperaturen im Norden zum Wochenende wieder leicht steigen, muss man sich in den anderen Teilen Deutschlands auf winterliche Kälte gefasst machen: Gerade in der Mitte und im Süden schneit es laut Meteorologe Dominik Jung von Freitag bis Samstagmittag fast durchgehend.

Um den 1. April können in den Mittelgebirgen bis zu 20 Zentimeter Neuschnee fallen. Ab 400 bis 500 Metern sind bis zu zehn Zentimeter Neuschnee möglich, aber auch im Rhein-Main-Gebiet kann es bis Samstag Schneefälle geben, so Meteorologe Jung von wetter.net. Hinzu kommt ein eisiger Nordostwind. Im Süden wechselt sich Schneeregen mit starkem Schneefall ab.

Der Winter – er kehrt also mit voller Wucht zurück. Dominik Jung spricht sogar von einer "Wetterlage, die hier und da für die winterlichsten Stunden des gesamten Winters 2021/22 sorgen könnte".

Wintereinbruch: Glatteis möglich

Kurze, aber heftige Kaltlufteinbrüche kann es im April generell immer wieder geben, so Experte Jung. Das war aber schon immer so und ist typisch April. "Das schöne sonnige Märzwetter hat uns in falscher Sicherheit gewiegt", sagt Jung.

Wegen der Temperaturen um den Gefrierpunkt ist vor allem im Straßenverkehr Vorsicht geboten: Bei Temperaturen, die auf bis zu minus 12 Grad sinken können, gibt es vielerorts Glatteis. Wer bereits mit Sommerreifen unterwegs ist, sollte besonders aufpassen.

Und: Wer den Balkon oder Garten bereits frühlingstauglich gemacht hat, sollte kälteempfindliche Topfpflanzen in den nächsten Tagen besser ins Warme holen oder vor Schnee schützen.

Erst ab Sonntag beruhigt sich die Lage auch in Mittel- und Süddeutschland wieder und Wind und Schnee weichen langsam. Ab dann sind auch wieder wärmere Temperaturen möglich.

Das Wetter der nächsten Tage im Überblick

  • Donnerstag: 2 bis 10 Grad, im Norden Schnee, sonst Wolken und Regen, später auch im Westen Schneeregen.
  • Freitag: 2 bis 8 Grad, viele Wolken, in der Mitte und im Süden Schneeregen und Schnee.
  • Samstag: 0 bis 7 Grad, wechselhaft und sehr frisch, teilweise Schneeschauer.
  • Sonntag: 2 bis 7 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, eisiger Start in den Tag.
  • Montag: 4 bis 9 Grad, trocken, mal Sonne, mal Wolken.
  • Dienstag: 6 bis 11 Grad, einzelne Schauer, etwas Sonnenschein.
  • Mittwoch: 6 bis 12 Grad, Mix aus Sonne, Wolken und Schauer, Aprilwetter.

Verwendete Quellen:

  • Deutscher Wetterdienst (DWD)
  • Wetter.com
  • Material der dpa und AFP
  • Pressemitteilung Diplom-Meteorologe Dominik Jung
Teaserbild: © IMAGO/Hanno Bode