Das Wetterphänomen "Arctic Outbreak" macht Deutschland zum Eisschrank. Die aktuelle Kälte war noch nicht alles: Zum Wochenende fallen die Temperaturen noch tiefer.

Die kommenden Tage werden eisig kalt, denn das frostige Winterwetter hält sich und verschärft sich sogar noch übers Wochenende.

"Die polare Kaltluft nähert sich Deutschland unaufhaltsam. Spätestens ab Sonntag wird es in Deutschland nahezu überall Dauerfrost geben", erzählt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Wetter sehr kalt, aber nicht ungewöhnlich

Ungewöhnlich ist dieser späte Frost laut DWD aber nicht. "Wir beobachten häufig Spätfrost bis in den März hinein", sagte der Meteorologe Sebastian Schappert.

Bis zum meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März sei somit weiter mit eisigen Temperaturen zu rechnen.

Bereits in der Nacht auf Freitag wird es eisig: Die Temperaturen rutschen im Südosten bis auf -10 Grad ab.

Am Tag bleibt es dann zumindest in Mitteldeutschland sonnig. Südlich der Donau zeigt sich hingegen Hochnebel und an der Ostsee hält sich starke Bewölkung.

Die Temperaturen steigen wieder auf bis zu 4 Grad an. Im Bergland herrscht Dauerfrost, der Wind bringt starke bis stürmische Böen.

"Ein großes Problem stellt der mäßige bis frische Ostwind da. Der lässt uns die Temperaturen noch kälter fühlen, als sie eigentlich sind", sagt Jung.

Der Meteorologe verweist auf das Wetterphänomen "Arctic Outbreak", das zum Wochenende deutschlandweit Dauerfrost bringt.

"Arctic Outbreak": Sonnig, aber eiskalt

Durch "Arctic Outbreak" stößt über ein skandinavisches Hoch polare Kaltluft bis weit nach Europa vor - genauer: extrem eisige Luftströme, die sich am Nordpol ablösen und bis nach Europa "ausbrechen".

Samstags verdichtet sich laut DWD die von Nordosten kommende Bewölkung. Sonst bleibt es aber abgesehen von den Küstenregionen heiter und trocken.

Der recht stürmische Nordostwind sorgt im Bergland auch weiterhin für klirrende Kälte.

Über Nacht wird es im Ostseeumfeld glatt: Dort und an den Alpen fällt aus dichter Bewölkung etwas Schnee. Die Temperaturen können bis auf -14 Grad fallen.

Am Sonntag geht die Woche mit überwiegend freundlichem Winterwetter zu Ende. Nur im Nordosten und an den Alpen hält sich die Bewölkung.

Mit dem Nordostwind strömt weiter kalte Polarluft nach Deutschland und sorgt für Dauerfrost. Die Temperaturhöchstwerte liegen zwischen 0 und -6 Grad.

Klirrende Kälte wohl bis in den März

"Die eisige Kälte - gern auch russische Kältepeitsche genannt - schlägt ab Sonntag so richtig zu", meint Jung. "Vor allem die Nächte werden klirrend kalt", so Jung. In höheren Lagen seien sogar zwischen -20 und -25 Grad möglich.

Das Wetterphänomen "Arctic Outbreak" wird wohl auch in der kommenden Woche weiter für eiskalte Temperaturen sorgen.

Im Süden und in der Mitte Deutschland muss in der Nacht auf Montag mit Temperaturen von -9 bis zu -15 Grad gerechnet werden, meldet der DWD. Im Norden sinken die Werte auf -3 bis -10 Grad ab.

Wann es wieder etwas milder wird, ist gegenwärtig schwer zu sagen. Nach aktuellem Stand wird damit gerechnet, dass auch die kommende Woche sehr kalt bleiben wird.

(mep)