Schnee, Schnee und noch mehr Schnee: Ein erneut heftiger Wintereinbruch sorgt seit Mittwochfrüh in weiten Teilen Bayerns und Österreich für Chaos. Straßen und Autobahnen sind gesperrt, die Lawinengefahr ist selbst in niedrigeren Lagen enorm - und im Norden Deutschlands macht den Menschen eine Sturmflut zu schaffen. Der Chaos-Tag hier in der Nachlese.

  • Lawine verschüttet Straße bei Berchtesgaden
  • Ortsteile droht komplette Isolation
  • Lage in Österreich dramatisch: Höchste Lawinenwarnstufe in Bundesland Salzburg
  • Schneemassen legen Verkehr in Bayern lahm
  • Lastwagen versorgt eingeschneite Bewohner mit Lebensmitteln
  • Straßen in Lübecker Altstadt überflutet

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17:31 Uhr: Wir verabschieden uns

Liebe Leser, den Live-Ticker stellen wir nun ein. Wir halten Sie auf unserer Startseite auf dem Laufenden.

17:25 Uhr: Weltcup-Rennen in St. Anton abgesagt

Die Weltcup-Rennen der Damen am Wochenende im österreichischen St. Anton sind wegen der heftigen Schneefälle abgesagt worden. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest, teilte der Weltverband FIS am Mittwoch mit.

17:06 Uhr: Deutsche Schüler in Salzburg verschüttet

Nach Angaben der Landespolizeidirektion Salzburg sind im Skigebiet Wildkogel (Neukirchen am Großvenediger) sechs jugendliche Skifahrer einer Schülergruppe aus Deutschland von den Ausläufern einer Schneebrettlawine erfasst worden.

Sie wurden über den Pistenrand hinaus über eine Böschung gerissen. Vier Schüler wurden zum Teil verschüttet. Nachfolgenden Skiläufer und den restlichen Mitgliedern der Gruppe gelang es, die Verschütteten unmittelbar zu orten und zu bergen.

Sie wurden vorsorglich vom Roten Kreuz in das Tauernklinikum Mittersill gebracht. Die betroffenen Schüler sind 16 und 17 Jahre alt.

Zwei von ihnen wurden zur Gänze und zwei zum Teil von den Schneemassen begraben. Zwei weitere Jugendliche wurden zwar von der Lawine erfasst, aber nicht verschüttet. Die 29 Jahre alte Lehrerin, die die Gruppe begleitet hatte, sowie eine weitere Schülerin entkamen dem Schneebrett.

16:32 Uhr: Haushalte in Bad Vigaun seit Tagen ohne Strom

Nicht nur in Tirol, auch in anderen österreichischen Bundesländern ist der Strom ausgefallen. In Niederösterreich waren 270 Haushalte betroffen, in Salzburg rund 350.

Besonders hart getroffen hat es rund 60 Haushalte auf dem Rengerberg in der Gemeinde Bad Vigaun unweit der deutsch-österreichischen Grenze: Sie müssen seit vier Tagen ohne Stromversorgung auskommen.

Die Straße auf den Rengerberg ist aufgrund des hohen Schneedrucks auf den Bäumen und der hohen Lawinengefahr gesperrt. Nach Angaben des Landes Salzburg sollen dennoch Instandsetzungsarbeiten starten.

Bad Vigaun geht das Warmwasser aus und auch viele Heizungen funktionieren nicht. "Die Bewohner sind natürlich extrem angespannt, gesundheitlich geht es aber allen gut", sagte Bürgermeister Friedrich Holztrattner.

16:15 Uhr: Galtür nicht erreichbar - Lage spitzt sich zu

Der Tiroler Ort Galtür ist aufgrund der steigenden Lawinengefahr von der Umwelt abgeschnitten. Die Gemeinde hat laut Austria Presse Agentur die Paznauntalstraße (B188) zwischen Mathon und Galtür in beide Richtungen gesperrt.

Im Februar 1999 war Galtür über Österreichs Grenzen hinaus bekannt geworden: Damals kamen bei einer Lawinenkatastrophe 31 Menschen ums Leben.

Ebenfalls nicht erreichbar sind die Vorarlberger Skiorte Lech, Zürs und Stuben.

15:01 Uhr: Zahlreiche Verletzte bei zwei Unfällen mit Schulbussen

Bei Verkehrsunfällen mit Schulbussen gab es am Mittwoch nach Angaben der Polizei auf glatten Straßen zahlreiche Verletzte.

Bei Saaldorf im südlichen Oberbayern kam ein Bus von der Straße ab und prallte gegen einen Baumstumpf. Der 53-jährige Fahrer verletzte sich schwer, 21 Kinder wurden nach Angaben der Polizei Freilassing leicht verletzt.

Bei der Kollision zweier Schulbusse in Herrieden im weiter nördlich gelegenen Mittelfranken wurden zwölf Kinder leicht verletzt, wie die Polizei in Nürnberg mitteilte. Eines der Fahrzeuge geriet demnach offenbar wegen Schneeglätte in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn.

14:37 Uhr: Stromausfälle durch umgestürzte Bäume

Im Tiroler Unterland sind Hunderte Haushalte ohne Strom - unter anderem die Skiorte Söll, Scheffau und Oberndorf.

Wegen der Schneelast umgestürzte Bäume haben die Leitungen beschädigt. Zeitweise waren rund 1.400 Haushalte ohne Strom.

14:16 Uhr: Zugverkehr zwischen Innsbruck und Seefeld wird eingestellt

Ab 14:45 Uhr steht die Mittenwaldbahn still: Der Zugverkehr zwischen Innsbruck, Seefeld und Scharnitz wird eingestellt.

Grund ist die immense Lawinengefahr in Tirol. Laut "Tiroler Tageszeitung" wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Zwischen Scharnitz und Mittenwald auf deutscher Seite steht die Bahn ebenfalls wegen Lawinengefahr still. Ein Schienenersatzverkehr ist hier allerdings nicht möglich.

13:30 Uhr: Non-Stop-Schneefall in den Alpen

Keine Entwarnung für die Menschen in den Alpen: Bis in die Nacht zu Freitag wird es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes nahezu ununterbrochen weiterschneien. Das gleiche gilt für das Erzgebirge.

Für Freitag wird nur eine kurze Verschnaufpause prognostiziert: Bereits am Wochenende droht die nächste Ladung Schnee. Nach dem Abklingen der stürmischen Böen könnte am Samstag auch wieder ein kräftiger Westwind wehen, der in Hochlagen auch stürmisch ausfallen kann.

12:49 Uhr: Lawine verschüttet Straße bei Berchtesgaden

Im Berchtesgadener Land ist eine Lawine abgegangen und hat eine Straße in Marktschellenberg teilweise verschüttet. Rettungskräfte suchten am Mittwoch nach möglichen Verschütteten, wie die Polizei mitteilte. Zunächst war unklar, ob Fahrzeuge oder Menschen von dem Abgang betroffen waren. Für die bayerischen Alpen hatten die Behörden die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen.

12:08 Uhr: Höchste Lawinenwarnstufe in Salzburg

Das Bundesland Salzburg hat auf die erneuten Schneefälle reagiert und die Lawinenwarnstufe erhöht. Ab Mittwochnachmittag gilt in weiten Teilen des Landes die höchste Warnstufe, wie der Lawinenwarndienst des Landes mitteilte. Dem nächtlichen Sturm folgte demnach viel Neuschnee. Bis Mittwochabend werden laut Lawinenwarndienst rund 60 bis 80 Zentimeter Schnee in den Nordalpen, der Osterhorngruppe und in den Hohen Tauern dazukommen.

Die Experten warnen vor zahlreichen Locker- und Staublawinen sowie Schneebrettern. In den Nordalpen sei ab 2.200 Meter Seehöhe mitunter mit einzelnen, extrem großen Abgängen zu rechnen. Von Aktivitäten abseits der gesicherten Pisten wird dringend abgeraten.

Der Warnlagebericht des Deutschen Wetterdienstes (Stand 16:13 Uhr): Die rot markierten Bereiche zeigen Unwetterwarnungen (Stufe 3 von maximal 4) an. Orange eingefärbt sind Regionen mit Warnungen vor markantem Wetter (Stufe 2), gelb bedeutet Stufe 1 (Wetterwarnung).

Am Hochkönig seien am Morgen bereits große Lawinen der Stufe vier abgegangen, sagte der stellvertretender Leiter der Lawinenzentrale Salzburg, Michael Butschek, der Deutschen Presse-Agentur. Für eine genaue Lagebeurteilung zu abgegangenen Lawinen seien weitere Erkundungsflüge nötig. "Die Wolken stehen im Moment zu tief, um in die Anbruchgebiete fliegen zu können."

Weitere Infos auf der Seite des Lawinenwarndienstes Salzburg

11:28 Uhr: Lage in Österreich dramatisch - Obertauern nicht mehr erreichbar

In Österreich ist die Lage nach wie vor dramatisch. Am Mittwochmorgen waren einige weitere Orte nicht mehr erreichbar, darunter auch das bei Touristen beliebte Obertauern.

Die Inntalautobahn A12 war in der Früh aufgrund eines umgestürzten Baumes in Richtung Innsbruck für etwa eine Stunde gesperrt. Auch vier Bahnverbindungen waren unterbrochen.

In der Steiermark wird derweil beraten, in welchen Gebieten die Menschen ihre Häuser und Höfe verlassen müssen. Katastrophenschützer Eitner erklärte, dass in dem österreichischen Bundesland derzeit rund 280 Gebäude von möglichen Lawinen bedroht seien, weil sie in sogenannten Roten Zonen liegen. Damit sind Areale gemeint, die erfahrungsgemäß von Lawinen erreicht werden können.

11:12 Uhr: Straßen in Lübecker Altstadt überflutet

Wegen einer Sturmflut sind einige Straßen der Lübecker Altstadt überflutet. Betroffen seien insbesondere die Bereiche Obertrave und Bauhof, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der Pegelstand habe um 9:00 Uhr um 1,13 Meter über dem mittleren Wasserstand gelegen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) prognostizierte in der Lübecker Bucht im Laufe des Tages Pegelstände von bis zu 1,40 Metern über dem mittleren Wasserstand.

Dies sei eine mittlere Sturmflut, wie sie Lübeck immer wieder mal treffe, sagte der Sprecher. Die Bewohner der gefährdeten Gebiete seien gewarnt worden. In Lübeck-Travemünde sei zum Teil die Trave-Promenade überflutet. In Lübeck hätten die meisten Bürger gelassen reagiert. An der Lübecker Obertrave lagen die Sandsäcke griffbereit am Straßenrand, an der Musikhochschule und anderen Gebäuden waren die Eingänge mit Hochwasserschotts verbarrikadiert.

Aktuelle Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (Stand 11:20 Uhr):

11:02 Uhr: Insgesamt 358 Verkehrsunfälle in Oberbayern seit Freitag

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sind am vergangenen Wochenende 358 Verkehrsunfälle registriert worden. Das teilten die Beamten am Mittwoch in Rosenheim mit. Darunter waren demnach auch schwerere Unfälle mit drei Toten und drei Schwerverletzten. In Teilen Bayerns herrschen wegen massiver Schneefälle unwetterartige Zustände. Die Zahl bezog sich demnach auf sämtliche Unfälle, die im Bereich des Polizeipräsidiums Rosenheim zwischen Freitagmorgen und Montagmorgen aufgenommen wurden. Seit Dienstag gab es nach Angaben der Beamten dort zwar erhebliche Verkehrsbehinderungen durch erneute Schneefälle, es gab jedoch nur meist kleinere Unfälle mit leichten Sachschäden.

10:43 Uhr: 350 Menschen sitzen in Berchtesgaden fest

Auch bei Berchtesgaden sitzen Menschen wegen des Schneechaos fest. Rund 350 Personen müssen per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden. Die einzige Straße zum Ortsteil Buchenhöhe in der Nähe des Obersalzbergs sei bis auf weiteres gesperrt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Berchtesgadener Land. Am Vormittag sei damit begonnen worden, die Strecke zu räumen. Mehrere Bäume drohten unter der schweren Schneelast umzustürzen und sollten gefällt werden. Nur Einsatzkräfte konnten die eingeschneiten Bewohner über die Straße erreichen.

Hier finden Sie Informationen zu allen gesperrten Straßen

10:28 Uhr: DWD: Schlechte Aussichten für die nächsten Tage

Der Deutsche Wetterdienst sieht in den kommenden Tagen keine Entspannung der Lage: Demnach gibt es im Erzgebirge, an den Alpen und im Bayerischen Wald weiterhin starken Schneefall "mit unwetterartigen Neuschneemengen von 30 bis 50, in Staulagen von 70 bis 90 cm bis zum Freitag." Auch in den Mittelgebirgen, insbesondere in Lagen oberhalb von 400 bis 600 Metern, sei mit teils heftigem Schneefall zu rechnen.

09:56 Uhr: A8 Richtung München teilweise gesperrt - Mega-Stau auf A9 im Norden Münchens

Die starken Schneefälle lähmen den Verkehr in weiten Teilen Bayerns. Wegen eines querstehenden Transporters auf der Autobahn 8 brauchen Autofahrer am Mittwochmorgen im Berufsverkehr viel Geduld. Die Autobahn wurde in Richtung München bei Friedberg voll gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Transporter habe zwei Autos auf einem Anhänger geladen und stehe quer über alle Fahrspuren. Wie lange die Vollsperrung andauern würde, war zunächst unklar. Nach den Angaben des Sprechers war die Bergung wegen der vereisten Fahrbahn schwierig.

Autofahrer auf der A9 im Norden Münchens standen am Morgen über mehr als 20 Kilometer im Stau. Nach Angaben des ADAC lag der Zeitverlust im Berufsverkehr bei fast einer Stunde. Auch auf den anderen Fernstraßen nach München bildeten sich Staus.

09:52 Uhr: Tödlicher Skiunfall in Mariazell

Im Beisein seiner Schüler ist ein 62 Jahre alter Lehrer nach einem Skiunfall auf der Mariazeller Bürgeralpe in Österreich gestorben. Der Mann verlor aus bislang ungeklärter Ursache bei der Abfahrt einen Ski und stürzte links über den Pistenrand in einen steil abfallenden Wald, wie die Polizei in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Dort blieb er im lockeren und metertiefen Schnee kopfüber stecken. Die nachkommenden neun Schüler konnten dem Mann aufgrund der Schneemassen nicht helfen. Einsatzkräfte der Bergrettung Mariazell konnten schließlich zu dem 62-Jährigen absteigen, stellten aber keine Lebenszeichen mehr fest.

09:49 Uhr: Sturmflut überschwemmt Straßen

In Wismar hat die Sturmflut mehrere Straßen überschwemmt. Am Mittwochmorgen kurz nach 7:00 Uhr warnte die Stadt Anwohner mit einer Sirene. Eine Straße und ein Parkplatz liefen voll Wasser, die Polizei sperrte die betroffenen Bereiche ab. Der Pegelstand lag am Morgen bei 1,30 Meter über Normal, wie ein Pressesprecher der Stadt sagte. Anwohner hatten sich seit Dienstag mit Sandsäcken auf die nahenden Fluten vorbereitet.

09:45 Uhr: Eisregen legt Flughafen Köln/Bonn lahm

Am Flughafen Köln/Bonn haben Eisregen und Hagel am Mittwochmorgen zeitweise den Betrieb lahmgelegt. Der Flugbetrieb sei für eine gute Stunde unterbrochen gewesen, sagte eine Sprecherin. In dieser Zeit seien die Bahnen gesprüht und geräumt worden. Anschließend sei der Betrieb um 7.45 Uhr wieder aufgenommen worden.

09:37 Uhr: Lkw versorgt eingeschlossene Bewohner mit Lebensmitteln

Nur noch eine kleine Forststraße verbindet die tief eingeschneite Gemeinde Jachenau bei Bad Tölz derzeit mit der Außenwelt: Damit den Bewohnern in den kommenden Tagen nicht das Essen ausgeht, soll ein Lastwagen am Mittwoch Lebensmittel in den Ort liefern. Wegen zahlreicher unter der Schneelast umgekippter Bäume bleibt die Staatsstraße nach Lenggries und Walchensee bis voraussichtlich Freitag gesperrt, wie ein Sprecher des Staatlichen Bauamts Weilheim sagte. Ein Räumen der Strecke sei derzeit nicht möglich, weil weitere Bäume drohten umzufallen.

09:25 Uhr: Schneemassen stoppen Verkehr - Lawinengefahr in Österreich

Die Wetterlage in Bayern und Österreich wird vielerorts zu einer immer größeren Bedrohung. Starke Schneefälle lähmen den Verkehr in weiten Teilen Bayerns. Nachdem am Dienstag bereits in einigen Teilen der Steiermark die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen wurde, gilt dies seit Mittwoch auch in den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich. "Das Risiko von großen Lawinenabgängen ist sehr, sehr hoch", sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Steiermark, Harald Eitner, der Deutschen Presse-Agentur. (szu/ank)

Mit Material der dpa und AFP
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Teaserbild: © dpa