Aus, Schluss, das war's: Der Sommer ist vorbei. Meteorologisch gesehen beginnt an diesem Montag der Herbst - Zeit, noch einmal auf den gefühlt "schlechtesten" Sommer aller Zeiten zurückzublicken und die bange Frage zu stellen: dürfen wir uns wenigstens auf eine sonnige dritte Jahreszeit freuen?

"Nassen Sommer kann auch der Herbst nicht trocknen". Geht es nach dieser Bauernregel, steht Deutschland ein unfreundlicher Herbst bevor. Gab es im Juli immerhin noch vereinzelt sonnige und heiße Lichtblicke, war der August vor allem im Süden Deutschlands alles andere als sommerlich. Auch der Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal "wetter.net" teilt diese Meinung: "Vor zwei Jahren brachte der August fast 40 Grad im Schatten. Doch dieses Jahr hat sich der August zu einem Herbstmonat entwickelt. Es ist derzeit der kälteste August seit 2006."

Ausgerechnet ein Ex-Hurrikan könnte bis zu 26 Grad bringen.

Dass der Sommer 2014 vielerorts im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel, liegt für den Meteorologen Denis Möller vom Wetterportal "wetteronline.de" weniger an den Temperaturen, sondern vielmehr am Regen: "Der Juli war zweieinhalb Grad wärmer als im Durchschnitt und somit ein sommerlicher Monat, jedoch auch der feuchteste Juli, der jemals in Baden-Württemberg registriert wurde." Doch, fügt Möller hinzu, gab es an der Nord- und Ostsee, "wo es normalerweise im Sommer am schlechtesten ist, (...) über mehrere Wochen ein super Wetter. Im Süden war es gleichzeitig deutlich kühler und regenreicher."

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Zwei Hochs ergeben schönes Wetter

Vor allem der Ex-Hurrikan "Bertha" brachte die europäische Großwetterlage Anfang August gehörig durcheinander und sorgte im Westen und Süden für heftige Stürme und schwere Gewitter. Zum Herbstbeginn steht nun über dem Atlantik schon der nächste Ex-Hurrikan bereit, der diesmal hingegen für schönes Wetter sorgen könnte. Der "Deutsche Wetterdienst" (DWD) erklärt wieso: "Da 'Cristobal' mit hoher Wahrscheinlichkeit das europäische Festland wesentlich weiter nördlich (...) trifft, bleiben West- und Mitteleuropa weitgehend von seinen Auswirkungen verschont. Stattdessen kann auf der Südflanke der Zugbahn von 'Cristobal' das Azorenhoch weit nach Osten vordringen."

Dominik Jung sieht eine weitere Voraussetzung für ein kommendes schönes Wetter gegeben: "Auch über Russland hat sich bereits ein umfangreiches Hochdruckgebiet gebildet. Beide könnten sich dann vereinigen und für schönes Spätsommerwetter sorgen".

Entscheidet "Cristobal" den Herbst?

Meteorologe Möller führt diese Vorhersagen weiter und prognostiziert einen schönen Start in den Herbst: "Es sieht momentan danach aus, dass sich pünktlich zum September ein großes Hoch über Europa festsetzt und wir in der nächsten Woche ein angenehmes und schönes Wetter bekommen. Die Temperaturen steigen zwar nicht über 30 Grad, erreichen aber immerhin 23 bis 25 Grad. Auf jeden Fall wird es sonnig, beständig und trocken, also genau das was wir im Sommer nicht hatten."

Der Blick auf die Durchschnittswerte dürfte so manchen überraschen.

Nach Meinung der Wetter-Experten stehen die Chancen also gut, dass der Sommer in diesem Jahr mit einem richtigen "Altweibersommer" und stabil warmen Wetter ausklingen wird. Andererseits könnte es schon zum nächsten Wochenende wieder wechselhaft werden. Entscheidend für den Herbst ist momentan der unberechenbare Verlauf des Ex-Hurrikans "Cristobal" - und keine unwissenschaftliche Bauernregel.