Nach knapp zwei Jahren Geiselhaft in Westafrika ist der befreite französische Journalist Olivier Dubois nach Frankreich zurückgekehrt. Seine Schwester und sein Vater nahmen Dubois am Dienstag an einem Militärflugplatz südlich von Paris sichtbar bewegt in Empfang. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßte Dubois und umarmte ihn.

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Noch vor dem Wiedersehen sagte Schwester Canèle Bernard dem Sender France Info über die Befreiung ihres Bruders: "Das ist endlich das Ende dieses 23-monatigen Alptraums, den Olivier und indirekt unsere Familie aushalten musste." Die Zeitung "Libération" zitierte Dubois' überwältigte Partnerin Déborah: "Er ist da. Er ist es, er ist es wirklich. Er ist zurück." Dubois selbst hatte Medienberichten zufolge am Flughafen gesagt, er habe nicht damit gerechnet, frei zu kommen. "Es ist enorm für mich, hier zu sein, frei zu sein."

Der 2021 in Mali von islamistischen Terroristen entführte Journalist Dubois war am Montag nach seiner Freilassung in Niamey, der Hauptstadt des benachbarten Nigers eingetroffen. Auch ein 2016 im Niger entführter US-amerikanischer Entwicklungshelfer kam frei. Die westafrikanischen Sahelstaaten Niger, Mali und Burkina Faso werden seit Jahren von Milizen tyrannisiert, die teils der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und Al-Kaida die Treue geschworen haben. Neben blutigen Anschlägen kommt es immer wieder auch zu Entführungen.

Dubois verschwand am 8. April 2021 in der Stadt Gao im Nordwesten Malis, als er einen Anführer der islamistischen Terrororganisation JNIM interviewen wollte. Die Dschihadisten veröffentlichten Videos von ihm, Bemühungen Frankreichs um seine Freilassung scheiterten aber. Nach Frankreichs Bruch mit Malis an die Macht geputschter Übergangsregierung und dem Ende des französischen Anti-Terror-Einsatzes im Land 2022 wurde das Nachbarland Niger zum Vermittler. Ob und wie viel Lösegeld gezahlt wurde, blieb offen.

Im Norden Malis sind im Rahmen einer UN-Mission auch mehr als 1100 Männer und Frauen der Bundeswehr stationiert. Die Bundesregierung will sie bis Mai 2024 abziehen. Im Niger hat Ende Februar eine neue EU-Mission mit bis zu 250 Einsatzkräften zur Unterstützung der nigrischen Streitkräfte im Kampf gegen Terroristen begonnen, darunter auch eine zweistellige Anzahl Deutscher.  © dpa

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