Weihnachtsmärkte in Deutschland in Zeiten von Corona: Wie sehen die Pläne der Städte aus?

Schon seit dem Sommer machen sich viele Städte und Gemeinden Gedanken um die Weihnachtsmärkte im Dezember. Können sie stattfinden und wenn ja, wie? Hier finden Sie eine Überblick über die bisherigen Pläne für die beliebstesten Weihnachts- und Adventsmärkte in Deutschland:

In München wird mit dem Christkindlmarkt ab dem 23.11.2020 unter strengen Corona-Auflagen geplant. Wie genau die Hygieneregeln aussehen werden, steht noch nicht fest, eine endgültige Richtlinie sollte jedoch demnächst bekannt gegeben werden. Und was auch immer wieder betont wird: Sollten die Infektionszahlen steigen, kann der Christkindlmarkt auch kurzfristig abgesagt werden.
Ob das beliebte Winter-Tollwood auf der Münchner Theresienwiese stattfinden kann, steht noch nicht fest. Aktuell liegt das Konzept für das alternative Winterfestival bei den zuständigen Behörden, heißt es von Veranstalterseite. Auf die traditionelle Silvesterfeier wird aber in jedem Fall verzichtet.
In Berlin können Weihnachtsmärkte stattfinden, solange sich an die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln gehalten wird. "Weihnachtsmärkte gehören zu Veranstaltungen im Freien, bei denen nach geltender Infektionsschutzverordnung bis zu 5.000 Personen zugelassen sind", sagte ein Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung dem Evangelischen Pressedienst. Veranstalter müssen ein entsprechendes Konzept vorlegen.
Der Dresdner Stadtrat hat beschlossen, dass der traditionelle Striezelmarkt und auch die anderen Weihnachtsmärkte in der Stadt 2020 bereits am 23.11. eröffnet werden sollen. Zudem wolle man den Markt entzerren und eine Maskenpflicht auf dem Markt anordnen, hatte Dresdens Oberbürgermeister Ende September erklärt.
In Heidelberg hat das Stadtmarketing bereits ein Hygienekonzept erarbeitet. Dabei soll der Weihnachtsmarkt auf verschiedene Plätze im Innenstadtgebiet verteilt werden. Die einzelnen Areale sollen eingezäunt und der Besucherstrom per Einbahnregelung gelenkt werden. Heidelberg Marketing weist jedoch auch darauf hin, dass das Stattfinden der Weihnachtsmärkte vom Infektionsgeschehen abhängig ist.
Auch einer der schönsten Weihnachtsmärkte kann 2020 unter strengen Auflagen stattfinden: In der Ravennaschlucht im Schwarzwald soll an allen vier Adventssonntagen und den dazugehörigen Donnerstagen Weihnachtsstimmung aufkommen. Besucher müssen im Vorfeld Tickets für bestimmte Zeitfenster erwerben. Ähnlich wie beim Freibadbesuch.
In Chemnitz soll der Weihnachtsmarkt stattfinden, allerdings ist eine Anmeldung per App oder vor Ort vorgesehen. Zudem wird es weniger Buden geben und keine Bühnenprogramme. Und sämtliche Getränke mit "Schuss" werden verboten, um übermäßigen Alkoholkonsum zu verhindern. Eine Ampel soll zu große Besucherzahlen verhindern. Springt sie auf Rot, wird das betroffene Areal abgesperrt.
In Mainz darf der Weihnachtsmarkt stattfinden - allerdings müssen sich die über hundert Buden über die ganze Stadt verteilen. Aktuell wird geprüft, welche Areale dafür in Frage kommen. Vor allem die 28 Glühweinstände sollen dabei weitflächig verteilt werden, um größere Gruppenansammlungen zu verhindern.
Gute Nachrichten gibt es auch für alle Kieler: Zwar soll es etwas weniger Stände geben, doch der Weihnachtsmarkt wird stattfinden - natürlich unter den Auflagen des Bundeslands Schleswig-Holstein. Leider wird wohl auch auf den berühmten Weihnachtswichtel verzichtet, der sonst immer über den Rathausplatz schwebte. Über einen möglichen Alkoholausschank wird noch diskutiert.
Die Stadt Frankfurt am Main will prinzipiell einen Weihnachtsmarkt stattfinden lassen. Man will sich jedoch am Infektionsgeschehen orientieren. Zu einem möglichen Hygienekonzept sind bislang noch keine Details bekannt.
"Wir haben gute Nachrichten für euch", hieß es Mitte September auf der Facebook-Seite des Schweriner Weihnachtsmarktes. Der Budenzauber soll ab dem 23. November stattfinden. Man arbeite gerade zusammen mit der Stadt an der Entwicklung eines Konzepts.
In Köln werden 2020 weder in der Altstadt noch am Dom Weihnachtsmärkte stattfinden. Das Infektionsrisiko sei laut Veranstalter einfach zu groß. Ganz verzichten müssen die Kölner wohl jedoch nicht. Am Rudolfplatz sei beispielsweise ein Markt in Planung, zitiert "Bild" die Stadt.
Laut Bayerischem Rundfunk soll der berühmte Nürnberger Christkindlesmarkt auch 2020 stattfinden. Geplant ist, den Mark dezentraler zu gestalten. An einem genauen Konzept wird jedoch noch gearbeitet.
Ob in Leipzig dieses Jahr Weihnachtsmärkte stattfinden, ist noch nicht entschieden. Die Entscheidung will das Land Sachsen der Stadt selbst überlassen. Es ist jedoch gewünscht, dass die Märkte stattfinden.
Der Weihnachtsmarkt in Essen wird auch 2020 stattfinden. Wie viele andere Städte will auch Essen die Abstände zwischen den Ständen vergrößern und auf eine Showbühne verzichten, um Gedränge zu vermeiden.
In Stuttgart hat man sich noch nicht festgelegt, ob der Weihnachtsmarkt tatsächlich stattfinden soll. Anfang Oktober soll dahingehend eine endgültige Entscheidung getroffen werden.
Der Weihnachtsmarkt in Goslar ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ob er 2020 stattfinden kann und unter welchen Auflagen, ist laut Veranstalter noch nicht zu sagen. "Für unsere Stadt ist der Weihnachtsmarkt von hoher Bedeutung und so arbeiten wir im Hintergrund mit vielen Partnern an unterschiedlichen Möglichkeiten der Realisierung", heißt es auf der Webseite des Veranstalters.
Im Heiligen-Geist-Spital wird es in Lübeck in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt geben. An anderer Orten in Lübeck sollen jedoch sehr wohl Buden aufgestellt werden. Dafür probte die Stadt sogar schon mitten im Sommer.
Im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber soll der traditionelle Reiterlesmarkt laut BR über die Altstadt hinweg entzerrt werden. So will die Stadt alle Schausteller unterbringen. Zudem ist eine Maskenpflicht geplant.