Die verheerenden Waldbrände wüten weiter: Bislang 31 Menschen sind den Flammen in Kalifornien zum Opfer gefallen. Tausende Häuser sind zerstört, 250.000 Menschen mussten vor den Bränden fliehen - und ein Ende des Dramas ist nicht in Sicht. Währenddessen erhebt US-Präsident Donald Trump per Twitter Vorwürfe gegen die demokratische Regierung des Bundesstaats.

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Der Ausnahmezustand in Kalifornien hält an, die Zahl der Opfer der heftigen Waldbrände geht weiter hoch: in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise seien in ausgebrannten Häusern und Autos weitere sechs Leichen gefunden worden, teilte die Polizei am Sonntagabend Ortszeit mit.

"Heute wurden die sterblichen Überreste von sechs weiteren Menschen geborgen", sagte der Sheriff des Landkreises Butte, Kory Honea, bei einer Pressekonferenz.

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Inferno in Kalifornien: Todesfalle Auto

Kalifornien wird von einer unvorstellbaren Feuerwalze heimgesucht. Die Stadt Paradise verwandelt sich in ein brennendes Inferno. Mindestens 44 Menschen sterben - teilweise verbrennen sie in ihren Autos. (Mit Textmaterial der dpa)

Damit erhöhte sich dort die Zahl der Opfer auf 29 Menschen. Im südkalifornischen Malibu waren bereits am Freitag zwei verbrannte Leichen in einem Auto entdeckt worden.

Viele Menschen vermisst

Die Zahl der Opfer könnte noch steigen. In Paradise, wo das sogenannte "Camp"-Fire seit Donnerstag mehr als 6.000 Häuser zerstörte, werden weiterhin viele Menschen vermisst. Die Behörden sprachen am Sonntag von 228 Personen.

Vermutlich stehen aber auch Personen auf der Vermisstenliste, die sich bereits in Sicherheit bringen konnten. Chaotische Verhältnisse mit abgesperrten Straßen und ohne Telefonnetz erschweren die Suche nach Angehörigen.

Mehr als 8.000 Feuerwehrleute kämpften am Wochenende weiter gegen drei große Brände im Norden und Süden Kaliforniens an. Fast 150.000 Menschen hätte ihre Häuser räumen müssen, teilte die Einsatzleitung im Bezirk Los Angeles mit. Insgesamt haben die Waldbrände 250.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Mit der Rückkehr der heftigen Santa-Ana-Winde blieb die Lage in Südkalifornien weiter angespannt. Für den Promi-Ort Malibu und umliegende Gebiete waren Evakuierungsbefehle weiter in Kraft. Das sogenannte "Woolsey"-Feuer habe dort Dutzende Häuser vernichtet, hieß es.

Auch Thomas Gottschalks Anwesen abgebrannt

Auch das Anwesen von Thomas Gottschalk (68) und seiner Frau Thea in Malibu brannte ab. Seine Villa sei zerstört, sagte Gottschalk der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Auch Hollywood-Star Gerard Butler und "Doctor Strange"-Regisseur Scott Derrickson haben ihre Häuser verloren. Die US-Sängerin Miley Cyrus twitterte am Montagmorgen deutscher Zeit: "Mein Haus steht nicht mehr, aber die Erinnerungen bleiben, die ich mit Familie und Freunden geteilt habe."

Bei anhaltender Trockenheit, Wärme und heftigen Winden sei eine baldige Entspannung der Lage nicht in Sicht, warnte die Feuerwehr. Es gab aber auch einen Lichtblick. Dank eines massiven Löscheinsatzes konnte einer der drei Großbrände - das sogenannte "Hill"-Feuer - zu 70 Prozent eingedämmt werden.

Donald Trump mit Vorwürfen gegen kalifornische Regierung

Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown zeichnete am Sonntag ein düsteres Bild für den von Dürre geplagten Westküstenstaat. Brown vertritt die Position zahlreicher Forscher, die den Klimawandel mit steigenden Temperaturen für schlimmere Dürren, heftigere Waldbrände und andere Wetterextreme verantwortlich machen.

"Dies ist nicht die neue Normalität, es ist die neue Abnormalität", sagte Brown. Brown hat in Washington rasche Bundeshilfe für die Opfer der Feuerkatastrophe angefordert.

US-Präsident Donald Trump und der liberale Westküstenstaat sind oft auf Kollisionskurs. So hatte Trump mit Blick auf die jüngsten Brände den Behörden Missmanagement vorgeworfen und mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht.

"Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement", schrieb Trump auf Twitter. Brown wies diese Darstellung vehement zurück. (szu/dpa/afp)  © dpa

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