Einen Schreckmoment erlebten die Passagiere, die am Montag von Mailand nach New York fliegen wollten. Ein Hagelsturm zerstörte Teile ihrer Boeing und zwang das Flugzeug zu einer Notlandung in Rom.

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Ein Passagierflugzeug der US-Gesellschaft Delta Air Lines ist kurz nach seinem Start in Mailand in ein Unwetter geraten und hat seinen Flug abbrechen müssen. Flug DL185 mit Ziel New York wurde nach Rom umgeleitet, wo die Maschine am Montagnachmittag sicher landete, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Unwetter zwingt Flugzeug nach Start zur Notlandung

Hagel in Tennisballgröße soll auf die Maschine eingeprasselt sein. Unter anderem die Nase sowie die Triebwerke des Delta-Flugzeugs sind dabei beschädigt worden. Auch die Scheibe des Cockpits soll laut "Spiegel" einen Sprung bekommen haben und das, obwohl dort bereits Spezialglas verbaut wurde. Noch im Steigflug auf etwa 7.000 Metern brachen die Piloten ihr Manöver ab und steuerten die Maschine in Richtung Flughafen Fiumicino in Rom. Nach etwa 65 Minuten war der Spuk für die Passagiere vorbei. Sie konnten laut Ansa "normal" aussteigen.

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Nach der Landung zeigte sich erst das wahre Ausmaß der Schäden. Wie die "Bild" schreibt, soll der Bug völlig zertrümmert gewesen sein. Die Triebwerksspinner (Verkleidung der Antriebswellen) sollen ebenfalls stark demoliert worden sein. Die Fan-Blätter in beiden Triebwerken wurden stark beschädigt, heißt es weiter.

Flogen die Piloten bewusst durch den Sturm?

Weiter stellt sich jetzt die Frage, ob die Crew mit Absicht durch die Schlechtwetterfront geflogen ist oder ob das Unwetter das Flugzeug überrascht hat. In einem "Spiegel"-Interview sagte der langjährige Lufthansa-Pilot Alexander Gerhard-Madjidi: "Wir würden nie durch ein Gewitter fliegen. Wir halten immer einen respektvollen Abstand, um Turbulenzen und Hagelschläge zu vermeiden." In diesem Fall sind die Piloten aus noch ungeklärter Ursache direkt in den Sturm geflogen.

In Italien hatten bereits am Wochenende schwere Unwetter mit Hagelgewittern den Norden des Landes heimgesucht. Aufsehen erregte unter anderem ein Video, auf dem Wasser- und Eismassen durch die Gassen der Kleinstadt Seregno in der Lombardei rauschten. In der Region liegt auch Mailand. (dpa/the)

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