In Baden-Württemberg kracht ein Schulbus gegen eine Hauswand und 22 Kinder werden bei dem Unfall verletzt. Zu solchen Meldungen über Schulbusunfälle kommt es immer wieder. Das wirft die Frage auf, wie sicher die Fahrzeuge sind.

Fast 50 Menschen sind Polizeiangaben zufolge im Bus gewesen, der in der Nähe von Heidelberg gegen eine Hauswand fuhr. Sechs Kinder schweben laut Polizeiangaben möglicherweise in Lebensgefahr – es ist nicht die erste Meldung über derartige Unfälle.

Im Dezember 2017 wurden sieben Kinder und der Fahrer in Hessen verletzt. Der Busfahrer ist wegen Glatteis von der Straße abgekommen. Im November 2017 krachte ein Schulbus in der Nähe von Hamburg gegen einen Transporter. Die Folge: 17 verletzte Schüler. Die Reihe ließe sich weiter fortsetzen.

Problematisch werden die Unfälle vor allem dann, wenn die Busse überfüllt sind, oder Kinder und Jugendliche im Gang stehen müssen. Wie sicher sind Kinder in Deutschland auf dem Weg zur Schule?

Der ADAC gibt Entwarnung

Der ADAC sieht trotz dieser Meldungen keinen Grund zur übermäßigen Sorge. Denn das Risiko, einen Straßenverkehrsunfall mit einem Schulbus zu erleiden, ist seit Jahren konstant gering. Seit 1995 sind vier Kinder in Schulbussen ums Leben gekommen.

Zum Vergleich: Laut statistischem Bundesamt starben alleine im Jahr 2015 84 Kinder an den Folgen anderer Verkehrsunfälle.

In einem Schulbus-Test des ADAC aus dem Jahr 2016 sind nur wenige Kritikpunkte aufgefallen: In 88 Prozent der getesteten Busse war demnach genügend Platz und mit einer Ausnahme konnten an allen angefahrenen Haltestellen Fahrgäste ein- und aussteigen. Bei zehn Fahrten wurden sogar Entlastungsbusse eingesetzt.

Des Weiteren war laut ADAC bei 100 Prozent aller getesteten Busse und Unternehmen keine Gefahren durch scharfe Ecken oder Kanten aufzufinden gewesen. Zudem konnte in 98 Prozent der getesteten Fälle ein konzentrierter und umsichtiger Fahrer festgestellt werden.

Versicherungsstatistik untermauert Befund

Ganz ähnlich sieht das die Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Sie kommt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass Unfälle mit dem Schulbus die mit Abstand kleinste Anzahl an Unfällen im Zusammenhang mit der Schule oder dem Schulweg ausmachen.

Unfälle auf dem Schulweg mit dem Fahrrad geschehen beispielsweise zehnmal so häufig wie Unfälle mit dem Bus.

ADAC nennt auch kritische Punkte

Ein gutes Testergebnis heißt allerdings nicht, dass es keinerlei Verbesserungsbedarf gibt. Der ADAC kritisiert immer noch eine teilweise zu hohe Anzahl an Schülern, die ein Bus transportieren muss.

Hierbei wird der ADAC deutlich: Niemals sollten mehr Kinder befördert werden als Sitz- und Stehplätze zugelassen sind.

Ebenso empfiehlt der Automobilverband so genannte Busbegleiter. Das sind speziell geschulte ältere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, die das Ein- und Aussteigen koordinieren und aggressives Verhalten während der Fahrt unterbinden sollen.

Laut ADAC-Test könne nur dann, wenn der Fahrer seine Fahraufgabe konzentriert und ohne Ablenkung durchführen kann, die höchstmögliche Sicherheit gewährleistet werden.

Keine Anschnallpflicht

Ein weiteres Problem der Verkehrssicherheit ist die nicht genau definierte Anschnallpflicht. Generell gilt: Beim Linienverkehr und im freigestellten Schülerverkehr besteht in Bussen mit mehr als acht Plätzen keinerlei Anschnallpflicht.

Bei anderen Bussen, die über mehr als acht Sitzplätze verfügen und mit Gurten ausgestattet sind, müssen diese hingegen benutzt werden. Das können zum Beispiel private Reisebusunternehmen sein, die Ihre Fahrzeuge für den Schülertransport bereitstellen.

Das gleiche gilt für Kleinbusse, Taxen und Mietwägen, die Schüler befördern.

Bei einem Schulbus-Unfall in Eberbach in Baden-Württemberg sind 48 Menschen verletzt worden, darunter auch Kinder. Der Bus war in eine Hauswand gefahren.