Seit zehn Tagen halten Überschwemmungen den südindischen Bundesstaat Kerala in Atem. Bereits über 320 Menschen sind ums Leben gekommen. Der Regierungschef spricht von der schlimmsten Flut seit hundert Jahren.

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Bei den anhaltenden Überschwemmungen im südindischen Bundesstaat Kerala sind mehr als 320 Menschen ums Leben gekommen.

"Kerala erlebt die schlimmste Flut seit hundert Jahren", erklärte der Regierungschef des Bundesstaates, Pinarayi Vijayan, am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Tausende Menschen waren durch die Wassermassen weiter von Hilfe abgeschnitten.

Über 223.000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen, sie seien in den mehr als 1.500 Rettungscamps untergekommen.

320 Boote sind im Einsatz

Wenige Stunden zuvor hatten die Behörden von mindestens 164 Toten gesprochen. Allein in den zurückliegenden 36 Stunden seien hundert Menschen gestorben, hieß es. Die meisten Opfer seien ertrunken oder bei Erdrutschen umgekommen.

Die Überschwemmungen halten bereits seit zehn Tagen an. Die Behörden warnten vor weiteren Regenfällen am Wochenende.

Der wegen seiner Traumstrände und malerischen Teeplantagen bei Touristen beliebte Bundesstaat leidet in diesem Jahr unter besonders heftigen Monsun-Regenfällen. Aber auch andere Bundesstaaten, darunter Karnataka nördlich von Kerala sowie Madhya Pradesh im Landesinneren, sind betroffen.

Premierminister Narendra Modi besuchte Kerala in der Nacht zum Samstag, wie das Büro Vijayans bei Twitter erklärte. Am Samstag wollte sich Modi demnach bei einem Flug über die am schlimmsten betroffenen Gebiete ein Bild von der Lage machen.

In Kerala leben rund 33 Millionen Menschen. Mehr als 30 Armeehubschrauber und 320 Boote sind im Rettungseinsatz. Den Behörden zufolge wurden tausende Menschen bereits in Sicherheit gebracht; weitere 6.000 warteten noch auf Hilfe. Insgesamt hätten mindestens 310.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte in einem Schreiben an Premierminister Narendra Modi ihre "Betroffenheit" angesichts der "verheerenden Überschwemmungen". (ff/afp/dpa)

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