Bei Trumps Rede: Demokratinnen demonstrieren ganz in Weiß

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Bei Donald Trumps zweiter Rede zur Lage der Nation erschienen viele Frauen ganz in Weiß. Was hat es damit auf sich?

Zu Donald Trumps zweiter Rede zur Lage der Nation vor dem US-Kongress sind zahlreiche Frauen komplett in Weiß gekleidet erschienen, um ein Zeichen zu setzen.
Mit ihrer Kleidung erinnerten sie an die Suffragetten-Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA. Damals protestierten Frauen in Weiß für ein flächendeckendes Frauenwahlrecht.
Neben der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, die bei der Rede direkt hinter Trump saß, erschienen zahlreiche andere Demokratinnen in weißer Kleidung.
Darunter auch der neue Superstar der Demokraten, die New Yorker Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez.
Auch Trumps Tochter Tiffany (r., neben Melania Trump) hatte sich ganz in weiß gekleidet - dass sie sich den Demokratinnen angeschlossen hat und ein bewusstes Signal setzen wollte, ist allerdings eher unwahrscheinlich.
Bei seiner diesjährigen Rede zur Lage der Nation war der US-Präsident im Kongress mit anderen Mehrheitsverhältnissen konfrontiert als noch 2018. Der Senat wird nach wie vor von Trumps Republikanern kontrolliert, im Repräsentantenhaus jedoch …
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… sprangen etliche Politikerinnen von ihren Sitzen auf und klatschten – aber nicht etwa für Donald Trump, der in der Vergangenheit wiederholt mit frauenfeindlichen Sprüchen aufgefallen war. Die Politikerinnen feierten sich ganz offensichtlich selbst sowie die politischen Anstöße, die von demokratischer Seite in der Vergangenheit diese Entwicklung begünstigt hatten.
Trump freute sich sichtlich über den Jubel der Damen und rief sie auf, sich noch nicht hinzusetzen. Denn in seinem nächsten Satz nahm er dann auf die neuen Verhältnisse im Kongress Bezug.
Genau ein Jahrhundert, nachdem das Parlament den Weg für das Frauenwahlrecht freigemacht habe, gebe es im Kongress mehr Frauen als jemals zuvor, sagte Trump.
Diese Entwicklung ist auch den Suffragetten zu verdanken, die Anfang des 20. Jahrhunderts Widerstand gegen die Benachteiligung der Frauen leisteten. Doch mit knapp einem Viertel der Abgeordneten ist die Bewegung auch Hundert Jahre später noch lange nicht am Ziel.