Die Welt ist im Aufruhr. Bewaffnete Konflikte und Kriege bestimmen die Nachrichten. Die Zahlen von verletzten oder getöteten Soldaten sind uns durch die Medien allgegenwärtig. Die tausenden zivilen Opfer der Kämpfe geraten aber oft in Vergessenheit. Hilfsorganisationen wie Handicap International machen auf die Situation der Leidtragenden aufmerksam.

Hungerstreik in München wirft brisante Fragen zur Asylpolitik auf.

Die Hilfsorganisation Handicap International wurde 1982 von zwei französischen Ärzten gegründet. Bei einem Einsatz in kambodschanischen Flüchtlingslagern erlebten Jean Baptiste Richardier und Claude Simmonot die schlimme Situation der Kriegsopfer hautnah.

Mittlerweile ist die Organisation in 60 Ländern aktiv. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern baut die Organisation dabei vor allem auf freiwillige Helfer. "Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie uns Menschen neben ihrem Beruf unterstützen. Gerade bei unseren politischen Kampagnen sind wir auf viele Freiwillige angewiesen", so Ruppert Grund, vom Handicap International e.V. in München.

Im Mittelpunkt der Hilfsarbeit steht jedoch nach wie vor der Einsatz in Krisengebieten wie Afghanistan, dem Kosovo, Mosambik oder Irak. Begonnen hat vor 33 Jahren alles mit der Versorgung von kriegsversehrten Menschen mit Prothesen. Doch dabei blieb es nicht. Durch eine gesundheitliche und seelische Rehabilitation will die Non-Profit-Organisation Kriegsopfer wieder in die Gesellschaft integrieren und ihnen eine langfristige Perspektive ermöglichen. Handicap International betreibt und unterstützt dazu Orthopädiewerkstätten, Rehabilitationszentren und Selbsthilfeprogramme.

Schläge, Schlafentzug, simulierte Hinrichtungen. Es gibt viele Arten zu foltern. Die Menschrechtsorganisation Amnesty International (AI) bemüht sich seit 1961 um Aufklärung und Opferhilfe. Wie wichtig dieses Engagement ist, zeigt sich an den bisherigen Erfolgsgeschichten.

Die wichtigste Prinzipien ihrer Tätigkeit sind die Stärkung der lokalen Kapazitäten und die Arbeit mit lokal verfügbaren Ressourcen. So soll das Engagement ausländischer Organisation langfristig überflüssig gemacht werden.

Die zweite Säule der Einsätze von Handicap International besteht aus Aufklärungsarbeit. Um Unfälle mit Kriegsüberresten wie Minen oder Blindgängern zu verhindern, organisiert die Hilfsorganisation zahlreiche Bildungsprogramme für die Bevölkerung. "Wir informieren die Öffentlichkeit, konfrontieren direkt Politiker mit dem Leid der Kriegsopfer und gehen auch auf die Straße", erklärt Öffentlichkeitsreferent Grund. Die Ausstellung "Barriere:Zonen" des Autors Till Mayer portraitiert mit Unterstützung der Hilfsorganisation Menschen, die durch Kriege zu Invaliden wurden und um ein würdiges Leben kämpfen.

Zwei konkrete Kampagnen spielen dabei eine wichtige Rolle. 1992 gründete Handicap International zusammen mit fünf anderen Organisationen eine internationale Initiative gegen Landminen. Für dieses Engagement erhielten die beteiligten Gruppen 1997 den Friedensnobelpreis. 2003 wurde eine ähnliche Kampagne gegen den Einsatz von Streubomben ins Leben gerufen. Durch das Bündnis konnten international bindende Verträge erwirkt werden.