Im thüringischen Apolda gerät eine Flüchtlingsunterkunft in Brand. Für einen Menschen kommt jede Hilfe zu spät, zehn weitere werden verletzt. Die Brandursache ist bislang unklar.

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Bei einem Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Apolda ist am Sonntag ein toter Mensch gefunden worden. Ob es sich dabei um einen vermissten Neunjährigen handelt, könne mit abschließender Sicherheit erst nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung festgestellt werden, hieß es seitens der Polizei. MDR Thüringen und "Bild.de" hatten unter Berufung auf Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand (parteilos) berichtet, dass es sich bei der toten Person um ein Kind handelt.

Mehrere Menschen wurden verletzt. Zunächst war die Polizei von acht Verletzten ausgegangen, wie ein Behördensprecher sagte. Inzwischen sei klar, dass zehn Menschen medizinisch versorgt werden mussten.

Das Feuer sei am frühen Sonntagmorgen im Wohnbereich der Unterkunft ausgebrochen, sagte der Polizeisprecher. Die Brandursache sei bislang unklar. Die Kriminalpolizei ermittle.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser drückt ihr Mitgefühl aus

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat den Betroffenen nach dem Brand in einer Geflüchtetenunterkunft in Apolda ihr Mitgefühl ausgedrückt. "Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen. Die Sicherheitsbehörden des Bundes stehen mit der Thüringer Polizei in ständigem Austausch und jederzeit zur Unterstützung bereit", schrieb sie zudem am Sonntagmittag auf Twitter.

Die Staatsanwaltschaft Erfurt habe ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntag. In solchen Brandfällen mit Todesopfern sei das das standardmäßige Vorgehen. Dafür müsse auch kein Anfangsverdacht auf ein Verbrechen im Raum stehen.

Gebäude nicht mehr bewohnbar

In der Unterkunft leben einer Sprecherin des Landratsamts Weimarer Land zufolge etwa 300 Menschen. Da das Gebäude nach dem Feuer unbewohnbar sei, würden die Menschen mit Bussen in eine Erstaufnahme für Geflüchtete nach Hermsdorf im Saale-Holzland-Kreis gebracht.

In dem Gebäude seien früher eine Schule und später ein Kinderheim gewesen, so die Sprecherin des Landratsamts. Seit 2003 befinde sich darin die Unterkunft für Geflüchtete. (dpa/spl)

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