(mgb/jfi) - Übergewicht nimmt in der Gesellschaft immer weiter zu - mit Konsequenzen für das Leben und für den Tod. Wirkt sich sich starkes Übergewicht negativ auf die Lebenserwartung aus, so stellen die überflüssigen Pfunde auch Bestatter vor kaum lösbare Aufgaben: Die Deutschen werden zu dick für die Einäscherung. Deswegen rüsten viele Krematorien jetzt auf.

In Schweinfurt und Nürnberg habe eine Vergrößerung der Krematoriumsöfen bereits stattgefunden, München überlege sich derzeit eine ähnliche Erweiterung, berichtet der Radiosender "Charivari" – denn das Problem wird akut. Die üblicherweise 80 bis 90 Zentimeter breite Ofenöffnung für Särge reiche immer häufiger nicht mehr aus.

"Früher haben wir ein bis zweimal im Jahr einen zu großen Sarg bekommen, seit etwa drei Jahren ist das ein bis zweimal im Monat der Fall", erläutert der Leiter der Friedhofsverwaltung in Schweinfurt, Helmuth Schlereth. Es habe aber auch schon Fälle gegeben, bei denen aufgrund des Gewichts und der Ausmaße überhaupt keine Feuerbestattung mehr möglich war, so Schlereth weiter.

Doch nicht nur Bestatter und Friedhofsbetreiber beschäftigen sich derzeit mit dem Problem der XXL-Bestattungen, auch Ingenieure setzen sich mit der Problematik auseinander. Denn aufgrund der gestiegenen Verbrennungsmasse müssen viele Richtlinien für Krematorien neu überarbeitet werden, wie der Verein Deutscher Ingenieure mitteilt.

Und auch Sargbauer erkennen einen Trend hin zur ewigen Ruhe in Übergröße: "Wir bauen große Särge mit steigender Tendenz", erzählt Jörg Reuter von der Sargfabrik Hans Wendel in Dinkelsbühl. Inzwischen habe man acht Sargmodelle mit bis zu 95 Zentimetern Breite und 80 Zentimetern Höhe im Sortiment. Das sei dem größeren Umfang der Toten geschuldet.