Seit inzwischen anderthalb Wochen ist der HSV-Mitarbeiter Timo Kraus verschwunden und noch immer gibt es keine Gewissheit, was mit dem 44-Jährigen geschehen ist. Aus Sicht der Polizei liegt nur eine Vermutung nahe.

Die wichtigsten Puzzleteile im Fall Timo Kraus fehlen noch. Einige aber hat die Polizei in den elf Tagen, die seit Kraus' Verschwinden vergangen sind, schon zusammengesetzt: Der Merchandising-Chef des Hamburger SV hatte an jenem Samstag auf der Feier mit seinen Arbeitskollegen in einem Brauhaus an den Landungsbrücken Alkohol getrunken. Als er gegen 23.30 Uhr ging, war es draußen dunkel, neblig und glatt. Vermutlich hielt er sich zuletzt im Bereich der Pontonbrücke 1 auf, einer Art schwimmenden Anlegestelle entlang der Landungsbrücken. Dort wurde Kraus' Handy letztmals geortet, dort nahm ein Spürhund seine Witterung auf.

Ertrinken als wahrscheinlichste Option

Jan Krüger, der Pressesprecher der Polizei in Buchholz, dem rund 40 Kilometer von Hamburg entfernten Heimatort von Timo Kraus, sagt deshalb: "Von allen Optionen ist die, dass Timo Kraus vom Ponton gerutscht und im Hafenbecken ertrunken ist, die wahrscheinlichste."

Liegt die Leiche von Timo Kraus also in der Elbe? Und wenn ja wo genau? Nachdem Barkassenführer am Samstag gemeldet hatten, nahe des Museumshafens eine Wasserleiche gesehen zu haben, suchten Taucher stundenlang nach dieser - vergeblich.

Kein neuer Tauchgang geplant

Ansatzpunkte für eine neue Suche gab es seither nicht - und ohne Ansatzpunkt gibt es keinen neuen Tauchgang. "Wir können nicht das ganze Hafenbecken Meter für Meter abtauchen", sagt Krüger.

Fall Timo Kraus bleibt ein Rätsel - ist in Deutschland aber kein Einzelfall.

Bleibt die Suche nach dem Taxifahrer - doch auch dort treten die Ermittler auf der Stelle. Einer seiner Kollegen hatte Timo Kraus nach besagter Feier in ein Taxi gesetzt, am Steuer ein dunkelhäutiger Mann. Doch auch von diesem fehlt seither jede Spur, zahlreichen Aufrufen, sich bei der Polizei zu melden, und einer vom HSV für Hinweise ausgesetzten Belohnung von 2000 Euro zum Trotz.

Hat der Taxifahrer etwas zu verbergen?

Den Großteil der rund 6000 Taxifahrer, die in Hamburg arbeiten, hat die Polizei zwischenzeitlich systematisch überprüft. Allen Hinweisen aus der Bevölkerung ist sie nachgegangen. Gefunden hat sie den Mann dennoch nicht.

Krüger geht deshalb davon aus, dass der Taxifahrer etwas zu verbergen hat. "Irgendetwas muss ihn davon abhalten, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen." Was das sein könnte, darüber kann Krüger nur spekulieren: "Vielleicht hat er keine Lizenz, vielleicht fährt er schwarz."

Deshalb, sagt Krüger, hätten er und seine Kollegen derzeit nur eine Chance: Auf Hinweise hoffen und darauf, dass der Taxifahrer seine Meinung ändert.