Nach knapp 43 Jahren ohne Hinrichtung soll in Sri Lanka bald wieder die Todesstrafe vollstreckt werden. So will Präsident Sirisena dem Drogenhandel Herr werden. Es fehlen jedoch die Henker. Mit einer Annonce sucht der Staat nach Bewerbern.

Mehr Panoramathemen finden Sie hier

Sri Lanka sucht zwei Henker. Nachdem Präsidenten Maithripala Sirisena angekündigt hatte, die Todesstrafe in den kommenden Monaten wieder vollstrecken zu wollen, erschien eine entsprechende Stellenanzeige in der Staatszeitung "Daily News", wie "BBC" berichtet.

Gesucht: Henker mit "moralischem Charakter"

Der Annonce zufolge sucht die Strafvollzugsbehörde männliche Bürger Sri Lankas im Alter zwischen 18 und 45 Jahren. Bewerber sollten mit "ausgeprägtem moralischen Charakter" sowie "mentaler Stärke" ausgestattet sein, heißt es.

Dem Henker winkt ein Gehalt von 36.310 Rupien im Monat. Das entspricht umgerechnet rund 180 Euro monatlich.

Am 25. Februar läuft die Bewerbungsfrist aus. Ob sich bis dahin ein passender Bewerber findet, ist fraglich. Der Staat hat schon seit Längerem Schwierigkeiten, einen Henker zu finden.

Das letzte Mal vergeben war der Posten laut BBC vor fünf Jahren. Allerdings habe der Henker schon beim ersten Blick auf den Galgen einen Schock erlitten und daraufhin gleich wieder gekündigt. Ein im vergangenen Jahr eingestellter Nachfolger tauchte erst gar nicht an seinem Arbeitsplatz auf.

Präsident kündigt harten Kurs gegen Drogenhandel an

Aktuell gibt es in Sri Lanka knapp 1.300 Vergewaltiger, Mörder und Drogenhändler, die zur Todesstrafe verurteilt wurden. Seit 1976 hat das Land jedoch kein Todesurteil mehr vollstreckt.

Das soll sich nun ändern. Besonders für Drogenhandel und -konsum drohen laut der Ankündigung des Präsidenten von 7. Februar 2019 wieder Hinrichtungen.  © 1&1 Mail & Media / CF

In Mexiko gelten 40.000 Menschen als vermisst. Viele von ihnen sind dem Drogenkrieg zum Opfer gefallen. Weil sie kaum auf Unterstützung der Behörden bauen können, machen sich Angehörige in Brigaden selbst auf die Suche nach den Leichen. Sie wollen wenigstens Gewissheit, wenn nicht für sich selbst, dann zumindest für andere Familien.