Die Silvesterfeierlichkeiten in London gerieten ungewohnt politisch. Dabei erneute der Bürgermeister der britischen Hauptstadt Sadiq Khan seine Kritik am Brexit und setzte auch ein optisches Zeichen, das wenig Raum für Interpretationen lässt.

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Am 29. März soll das Vereinigte Königreich die EU verlassen, doch die Politik scheint keinen Kompromiss zu finden, der den Brexit auf zukunftsfähige Beine stellt.

In der britischen Bevölkerung, die 2016 noch mit knapper Mehrheit für einen Austritt aus der EU stimmte, kippt die Stimmung. Viele fordern ein erneutes Votum über den Verbleib in der EU, während Premierministerin Theresa May ein erstes Misstrauensvotum im Parlament zu überstehen hatte.

Vor diesem Hintergrund war die Silvesterparty in London ein Schlag ins Kontor der englischen Konservativen und Brexit-Befürworter.

Wahrzeichen erstrahlt in EU-Farben

Zur Eröffnung der Feierlichkeiten hielt der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, der der oppositionellen Labour-Partei angehört, eine feurige Rede gegen den Brexit und kritisierte die Regierung für die seines Erachtens verpatzten Verhandlungen mit der EU sowie für ihre Politik, die auf Isolation abziele.

Das anschließende Feuerwerk setzte ein weiteres Pro-EU-Zeichen. Während bunte Raketen den Nachthimmel über der Metropole erhellten, erstrahlte das bekannte Riesenrad London Eye in Blau, die Gondeln wurden indes gelb beleuchtet. Eine kaum zu übersehende Referenz an die Flagge der EU.

Darüber hinaus ertönte der Satz "London is open", also "London ist offen", auf Spanisch, Französisch, Rumänisch, Polnisch, Italienisch und Deutsch.

London positioniert sich

Das Pikante an der Aktion: Für die Silvesterparty und das Feuerwerk in London zeichnet sich die Stadtregierung verantwortlich, da private Böllerei in der Megacity an der Themse verboten ist. Dieses Jahr investierte die Stadt London unter Führung von Sadiq Khan etwa 2,5 Millionen Euro für das Event, dem etwa 100.000 Menschen beiwohnten.

Während Brexit-Befürworter das pro-europäische Statement verurteilen, feiern viele Briten es in den sozialen Netzwerken.

Auch Bürgermeister Khan meldete sich mit einem Tweet zu Wort: "Unser spektakuläres Feuerwerk am London Eye hat gezeigt, dass London offen ist, wie auch immer das Ergebnis des Brexit auffallen wird - offen für Unternehmen, Talente, Ideen und Kreativität. Und es hat gezeigt, warum London wirklich die großartigste Stadt der Welt ist."

Bei den Brexit-Abstimmungen hatten die Londoner mit 60 Prozent für einen Verbleib Englands in der EU votiert.  © 1&1 Mail & Media / CF

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