Ein 338-Kilo-Ehepaar bringt eine Couch mehrfach zum Einstürzen - und das, obwohl es beim Kauf ein besonders stabiles Exemplar verlangt hatte. Jetzt verpflichtete sich das Möbelhaus, den beiden Schwergewichten einen Teil des Kaufpreises zu erstatten.

Mit insgesamt 338 Kilogramm - die Frau 158, der Mann 180 Kilogramm - zählt dieses Ehepaar aus der Region um Bonn mit Sicherheit zu den schwereren Pärchen im Land. Da gestaltet sich der Kauf eines neuen Sofas nicht ganz einfach. Deshalb verlangten die beiden laut dem Kölner "Express" im Möbelhaus auch nach einem besonders stabilen Modell.

Das von der Verkäuferin empfohlene - 3.500 Euro teure - Exemplar erwies sich aber als nicht ganz so standfest wie erwartet: Bereits nach wenigen Tagen sackten die Sitzflächen des Sofas ab. Das Möbelhaus schickte Monteure, die den Schaden behoben haben.

Als die Couch aber noch in den ersten zwölf Monaten nach dem Kauf zwei weitere Male unter dem Gewicht seiner Besitzer nachgab, wurde es dem Möbelhaus zu doof. Es weigerte sich, weitere Reparaturen zu übernehmen.

Ehepaar klagt vor Gericht

Das Ehepaar klagte daraufhin vor Gericht auf Rückabwicklung des Kaufvertrags und wollte den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungspauschale erstattet bekommen.

Das Möbelhaus argumentierte, bei der Masse an Kunden, die sie bedienten, sei eine individuelle Beratung nicht immer möglich und man könne der Mitarbeiterin nicht zumuten, Kunden ins Gesicht zu sagen, dass sie womöglich zu schwer für eine bestimmte Couch seien.

Der Richter gab aber zu verstehen, dass jeder Verkäufer auf den ersten Blick erkennen müsste, dass die beiden Kläger "erkennbar ein erhöhtes Gewicht aufwiesen" und er hier durchaus ein Versäumnis sieht. Auf seine Empfehlung hin kam es zu einem Vergleich: Das Möbelhaus zahlt dem Paar 2.000 Euro, das Sofa wird entsorgt.

Das Pärchen wird sich beim nächsten Sofa-Kauf vermutlich ein Geschäft suchen, in dem es etwas individueller und kompetenter beraten wird. (mom)