Turbulentes Wetter steht Deutschland bevor. Tief "Alexander" bringt vom Atlantik her Sturm, Schnee, Glatteis und Regen. Für einige Teile Deutschlands wurden Wetterwarnungen herausgegeben.

Am Wochenende geht es in Deutschland recht stürmisch zu. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab am Sonntagmorgen Warnungen für den Osten und Südosten des Landes heraus. In den Großräumen Rostock, Berlin und Brandenburg werden Windböen und gefährliche Glätte erwartet. In Ostbayern und am Alpenrand kommt es gebietsweise zu starken Sturmböen, sowohl im Flachland als auch in den Bergen.

Sturmflut in Hamburg

Eine Sturmflut überschwemmte in der Nacht zum Samstag den Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mitteilte. In Baden-Württemberg erwartete die Hochwasservorhersagezentrale wegen der Schneeschmelze und angekündigten Niederschlags deutlich steigende Wasserstände.

Glätteunfälle und Straßensperrungen

In Mecklenburg-Vorpommern kam auf der glatten Fahrbahn der A20 bei Rostock eine 23 Jahre alte Autofahrerin ums Leben. Ein anderer Wagen war auf ihr Fahrzeug geprallt, das bereits wegen eines vorherigen Unfalls auf dem Standstreifen stand.

In Norddeutschland blieb die nächtliche Sturmflut ohne größere Folgen. In Dagebüll (Nordfriesland) schlugen meterhohe Wellen an Bauten des Fähranlegers. Der Parkplatz wurde überflutet.

Glätteunfälle gab es in Mecklenburg-Vorpommern neben dem tödlichen noch weitere: So überschlug sich bei Schnee- und Graupelschauern beispielsweise auf der A19 am Freitagabend nördlich von Malchow ein Auto. Der 26-jährige Beifahrer wurde schwer verletzt.

In Deutschlands Höhenlagen hat es am Samstag oft geschneit – von den Alpen über die Eifel und den Harz bis zum Thüringer Wald. In Rheinland-Pfalz wurde etwa die Autobahn 1 bei Wittlich wegen starken Schneefalls komplett gesperrt. Am Abend wurde das Stück wieder freigegeben, zu Verkehrsbehinderungen sei es nicht gekommen, sagte ein Sprecher. "Die Leute haben mitgespielt und die Ausweichstrecken genutzt."

Bahnstrecke gesperrt

Die Deutsche Bahn sperrte am Abend wegen der Witterung die Eifelstrecke zwischen Gerolstein und Ehrang in Rheinland-Pfalz bis voraussichtlich Sonntagvormittag.

Einige Straßen in den Höhenlagen von Eifel und Hunsrück waren wegen aktueller Schneefälle schwer passierbar. Es gab laut Polizei auch einige Unfälle, sie seien aber glimpflich ausgegangen.

Ansonsten regne es in vielen Gebieten, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Vor allem im Süden komme zudem kräftiger Wind auf, auf den Bergen seien Orkanböen möglich.

Kräftiger Schneefall im Südosten

Im Laufe des Abends sollte vielerorts der Schnee in Regen übergehen, in der Nacht sollte es dann aber oberhalb von 400 Metern wieder zu schneien anfangen. Auch am Sonntag wird für den Südosten der Republik weiter kräftiger Schneefall von etwa 20 Zentimetern erwartet.

In der nächsten Woche ist es mit den Wetterturbulenzen zunächst vorbei, und die weiße Pracht verabschiedet sich vielerorts schon wieder. Die Temperaturen liegen zum Teil deutlich über dem Gefrierpunkt, Schnee oder Regen fällt nur noch vereinzelt.

Wenn "Alexander" am Sonntag nach Südosten abgezogen ist, beruhigt sich das Wetter allmählich. Im Osten allerdings schneit es am Sonntag bei heftigem Wind weiter. Von Montag bis Mittwoch erwarten die Meteorologen weitgehend trockenes Wetter, sogar die Sonne soll sich hin und wieder zeigen. Nur im Erzgebirge und an den Alpen fällt noch Schnee.

Sturm sucht auch andere Bereiche Europas heim

Die mit Zement beladene "Cemfjord" soll bei stürmischer See vor der nordbritischen Küste gekentert, wie britische Medien am Samstagabend berichteten. "Das Wetter war sehr, sehr schlecht", sagte ein Sprecher der Rettungsmannschaften der BBC. Eine Fähre hatte das aus dem Wasser ragende Heck des Frachtschiffs rund 24 Kilometer nordöstlich der schottischen Hafenstadt Wick entdeckt. Das in Zypern registrierte Frachtschiff war der BBC zufolge auf dem Weg nach Runcorn bei Liverpool an der britischen Westküste. Mehrere Schiffe und zwei Hubschrauber suchten nach den Vermissten.

(far/ncs/dpa)