Russlands Justiz hat die verlängerte Untersuchungshaft für den wegen angeblicher Spionage festgenommenen US-Reporter Evan Gershkovich bestätigt. Ein Gericht in Moskau lehnte am Donnerstag eine Beschwerde von Gershkovichs Anwälten ab, wie die Agentur Interfax meldete. Der 31-Jährige arbeitet für die US-Zeitung "Wall Street Journal".

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Das Blatt berichtete, Gershkovich habe kurz gelächelt, als er in dunklem T-Shirt und Jeans den Gerichtssaal betreten habe. Auch die US-Botschafterin in Moskau, Lynne Tracy, war bei dem Termin dabei. Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow bestätigte, die USA hätten erneut beantragt, konsularischen Zugang zu Gershkovich zu bekommen. "Das wird jetzt geprüft", sagte er.

Gerichtsurteil komme "nicht überraschend"

Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der US-Regierung, John Kirby, sagte dem Fernsehsender CNN, die Gerichtsentscheidung sei zwar "empörend", komme aber nicht überraschend. "Wir hatten damit gerechnet, dass sie ihn in Haft halten würden." Die US-Regierung dringe darauf, mehr konsularischen Zugang zu Gershkovich zu bekommen und ihn möglichst heimzuholen.

Der Reporter war im März in der Millionenstadt Jekaterinburg im Ural vom Geheimdienst FSB festgenommen worden. Ihm wird zur Last gelegt, geheime Informationen über Russlands militär-industriellen Komplex für US-Stellen gesammelt zu haben. Das "Wall Street Journal" weist das zurück. Gershkovich sei mit einer offiziellen Akkreditierung seiner Arbeit nachgegangen. Auch die US-Regierung fordert die sofortige Freilassung des Korrespondenten.

Russlands Justiz hatte die Untersuchungshaft ursprünglich bis zum 29. Mai angesetzt, dann aber bis Ende August verlängert. Bei einer Verurteilung drohen dem US-Amerikaner mit russischen Wurzeln bis zu 20 Jahre Haft. Der Fall belastet die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau weiter.  © dpa

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