Das Rote Kreuz sieht auf den Flüchtlingsrouten über den Balkan und das Mittelmeer wachsendes Elend. Die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) appellierte am Freitag an Regierungen, die Rettung zu verbessern.

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"Wir können die Tragödie der Vermissten, die unvorstellbaren Leiden und vermeidbaren Todesfälle nicht ignorieren", sagte Ezekiel Simperingham, bei der Förderation für Migration und Vertreibung zuständig. "Alle Staaten müssen mit einem koordinierten, integrativen und nicht diskriminierenden Ansatz sicherstellen, dass die Menschen unterwegs die nötige humanitäre Hilfe erhalten."

Das Rote Kreuz unterhalte Hunderte Zufluchtspunkte in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und Slowenien, um Migrantinnen und Migranten zu versorgen. Dort würden unter anderem Essen und Trinken, Hygieneartikel und Medikamente verteilt. Freiwillige helfen Menschen, mit ihren Familienangehörigen in Kontakt zu treten. Mobile Teams wanderten auch durch schwer zugängliche Regionen mit Hilfsmaterial für Menschen, die teils in erbärmlichem Zustand seien.

Im Mittelmeer hätten Rotkreuzhelfer zusammen mit der Hilfsorganisation SOS Mediterranee Tausende Menschen gerettet, erst am Donnerstag wieder 29, die auf einem kleinen Boot im Mittelmeer trieben, sagte Sara Mancinelli, die den Einsatz auf dem Meer koordiniert. Das Rote Kreuz helfe unter anderem mit Nahrungsmitteln und medizinischer Betreuung, aber auch psychischer Unterstützung. Manche Migranten seien von dem Erlebten so verstört, dass sie nicht sprechen könnten. Einige hätten offensichtliche Folterspuren am Körper. Für viele, die in libyschen Lagern festgehalten wurden, sei die Flucht über das Mittelmeer die einzige Überlebenschance.  © dpa

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