Bei einem starken Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Verletzte wurden aus den Trümmern geborgen. Die Zahl der Opfer könnte noch weiter steigen.

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Bei einem schweren Erdbeben in der südwestchinesischen Provinz Sichuan sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 120 Menschen wurden nach ersten Zählungen verletzt, wie Staatsmedien am Dienstag berichteten.

Das Beben, dessen Epizentrum am Montagabend in der Gemeinde Changning nahe der Stadt Yibin in 16 Kilometern Tiefe lag, erreichte die Stärke von 6,0. Es folgten eine Reihe von Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 5,1. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke des Hauptbebens mit 5,8 an.

Tote bei Erdbeben in China: Zahl der Opfer könnte steigen

Menschen liefen in Panik auf die Straßen. Häuser stürzten ein. Das genaue Ausmaß der Schäden zeigte sich erst bei Tageslicht.

Die Behörden leiteten sofort Bergungs- und Rettungsarbeiten ein. Es seien umgehend 5.000 Zelte, 10.000 Feldbetten und 20.000 Decken ins Erdbebengebiet geschickt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Unter den Verletzten sind mindestens fünf in kritischem Zustand. 16 seien schwer verletzt, berichtete das Parteiorgan "Volkszeitung". Es wird erwartet, dass die Zahl der Opfer während der Bergungsarbeiten noch steigt.

Starker Regen erschwerte die Rettungsarbeiten in der betroffenen Region. Mehr als 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Das Erdbeben ereignete sich am Abend um 22.55 Uhr Ortszeit (16.55 Uhr MESZ). Es habe sich sehr stark angefühlt, zitierte Xinhua einen Bewohner von Changning namens Hu Yukun. "Die Erde bewegte sich etwa eine Minute lang."

Betroffen war auch die Nachbargemeinde Gongxian. Viele Menschen verbrachten aus Angst vor weiteren Beben die Nacht im Freien, wie in sozialen Medien berichtet wurde.

"Ich ruhte mich gerade in meiner Wohnung aus, als das Erdbeben passierte", sagte Cheng Hongxia, der im 16. Stock eines Hochhauses in Changning wohnt, laut Xinhua. "Die Lampe und die Möbel in unserem Haus bewegten sich sehr stark. Meine Familie suchte erst Zuflucht im Badezimmer, dann sind wir nach draußen gelaufen."

Risse auf einer Schnellstraße

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, nahe des Epizentrums sei ein Hotel eingestürzt. Unklar war aber zunächst, ob dabei Menschen verletzt oder getötet wurden. Der Staatssender CCTV zeigte Rettungskräfte, die einen Überlebenden aus Gebäudetrümmern bargen.

Nach dem Beben zeigten sich zudem große Risse auf der Schnellstraße zwischen den Gemeinden Yibin und Yuxong. Sie musste gesperrt werden. Auch auf anderen Straßen musste der Verkehr wegen Fahrbahnschäden gestoppt werden.

In der rund 300 Kilometer nordwestlich gelegenen Provinzhauptstadt Chengdu habe das Frühwarnsystem schon eine Minute vor dem Erdbeben Alarm geschlagen, berichtete die Staatsagentur. Dann sei der Erdstoß stark zu spüren gewesen. Auch in der 240 Kilometer nordöstlich gelegenen Metropole Chongqing habe das Beben die Erde erschüttert.

Erdbeben treten in Sichuan häufig auf. In der Provinz waren 2008 bei einem schweren Erdbeben der Stärke 7,9 in Wenchuan mehr als 80.000 Menschen ums Leben gekommen.

Sichuan liegt am Rand der Überschiebungszone der indischen Kontinentalplatte und der eurasischen Platte. Durch Plattenverschiebungen ist die Provinz besonders erdbebengefährdet. (dar/dpa/afp)

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