Nach dem Anschlag in München befindet sich die Stadt im Schock. Die Schüsse im Olympia-Einkaufszentrum forderten neun Opfer und zahlreiche Verletzte. Auch der mutmaßliche Attentäter ist tot. Noch ist über die Motive des Täters nichts bekannt. Die internationalen Pressestimmen zur tödlichen Schießerei in München.

Amoklauf in München: Aktuelle News im Live-Blog

Weltweit herrschen auch in den Medien Entsetzen und Anteilnahme nach den Ereignissen in München.

Deutschland: "Nichts ist mehr wie es war"

Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Einkaufszentrum – weiches Ziel für Terroristen - Das Einkaufszentrum am Münchner Olympiapark war ein ideales Ziel. Für Anhänger radikalislamischer Gruppen verfügen Einkaufszentren auch über einen ideologischen Reiz. Sie sind für sie Inbegriffe westlichen Lebensstils. Wer hier zuschlägt, setzt in ihren Augen ein Zeichen gegen die Dekadenz des Abendlandes. Ob dieses Motiv in München eine Rolle spielte, ist völlig unklar. So oder so, ein Einkaufszentrum ist ein besonders leichtes Ziel."

Frankfurter Rundschau: "Nach den Schüssen in einem Einkaufszentrum ist nichts mehr, wie es war in München. Der Terror war schon hier, auch 1980 auf dem Oktoberfest mit so vielen Toten nach der Bombe eines Rechtsextremen. Und jetzt ist er wieder in München, und nach dem, was in Nizza und Paris geschehen ist, haben die Menschen auf jedem Meter ihres Weges Angst."

Süddeutsche Zeitung: "Marcus da Gloria Martins ist Pressesprecher der Münchner Polizei - und tritt als einer der wenigen glaubwürdig und souverän auf. Der Münchner Polizeisprecher ist einer der wenigen, die in diesem Chaos Ruhe bewahren."

taz: "Eine Stadt unter Schock: Nach den tödlichen Schüssen befindet sich die bayerische Hauptstadt im Ausnahmezustand."

Bild: "Ein Albtraum ist in einer deutschen Großstadt wahr geworden! Friedliche Passanten, am frühen Freitagabend erschossen."

Spanien: "Das Chaos ist angekommen"

El Pais: "Das Chaos ist im Herzen Deutschlands angekommen. Die Ereignisse in München führen einen dunklen Monat fort, in dem bereits 84 Menschen bei dem Anschlag in Nizza starben."

El Mundo: "Deutschlands und vor allem die Stadt München haben genug Mittel, um sich gegen Terrorismus zu wehren, aber die Verteidigung eines so verletzlichen Ziels wie ein Open-Air-Festival oder ein Einkaufszentrum sind unmöglich zu schützen, wenn man nicht die gesamte Gesellschaft militarisieren will."

Publico: "Bis die Polizei verkünden konnte, es bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung, erlebte München eine lange Nacht voll Chaos und Konfusion."

Österreich: "Wachsamkeit ist der Preis für Freiheit"

Der Standard: "München – eine Stadt im Ausnahmezustand. Der Täter war ein 18-jähriger Deutsch-Iraner, der nach Angaben der Polizei "schon länger in München" gelebt hat – in jener Stadt, die durch seine Tat in einen Ausnahmezustand geriet."

Wiener Zeitung: "Und jetzt also München: Die Polizei spricht von einem Terroranschlag. Der erste – Freitag Nacht noch vorschnelle – Gedanke: Ein Anschlag mit islamistischem Hintergrund. Vernunft und Besonnenheit, das sollte in der Toolbox eines solchen Tages ganz oben zu finden sein, und nicht Emotion und Panikmache. Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit, heißt es so schön. Wachsamkeit auch gegenüber jenen, die Panik verbreiten."