Nach einer politischen Kontroverse tritt der Präsident der Föderation der Rotkreuzgesellschaften, Francesco Rocca, zurück. Das habe er in einem internen Brief angekündigt, bestätigte ein Sprecher am Donnerstag in Genf. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) werde eine außerordentliche Generalversammlung einberufen, um die Nachfolge zu regeln. Bis dahin bleibe der Italiener im Amt. Die Präsidentenposition ist ein Ehrenamt, das nicht entlohnt wird.

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Rocca war im Februar mit der Unterstützung von Rechtsparteien zum Präsidenten der italienischen Hauptstadt-Region Latium gewählt worden. Er entzog dem lange geförderten LGBTQ-Festival "Roma Pride" die Unterstützung. Das Anfang Juni veranstaltete Festival wirbt seit Jahren für soziale Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Queeren. Rocca begründete dies damit, dass die Organisatoren die Legalisierung der Leihmutterschaft forderten, die in Italien verboten ist. Das führte zu Diskussionen über seine Haltung innerhalb der Rotkreuzfamilie.

Rocca habe verhindern wollen, dass Kontroversen die Arbeit der Föderation belasten, sagte der Sprecher. Er habe festgestellt, dass jede Entscheidung in seiner Funktion als Präsident von Latium zum Schaden der Föderation instrumentalisiert werden könne, zitierte der Sprecher aus dem Brief Roccas an die 191 Rotkreuzgesellschaften in aller Welt. Bis zur außerordentliche Generalversammlung könnten dem Sprecher zufolge einige Monate vergehen.  © dpa

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