• Die italienische Polizei hat zahlreiche mutmaßliche Mafia-Mitglieder festgenommen.
  • Die Carabinieri ging gegen 70 Verdächtige der Costa Nostra vor – 35 sind festgenommen worden.
  • Den Verdächtigen werden Erpressung, illegaler Waffenbesitz und Drogendelikte vorgeworfen.

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Die italienische Polizei hat erneut Dutzende mutmaßliche Mafia-Mitglieder festgenommen. Mehrere Spezialeinheiten der Carabinieri gingen bei der großangelegten Aktion im Raum der Westküstenstadt Trapani auf der Insel Sizilien gegen 70 Verdächtige der Mafia Cosa Nostra vor, wie es in einer Mitteilung am Dienstag hieß. 35 davon nahmen die Ermittler demnach fest. Die Justiz wirft ihnen unter anderem Mafia-Vereinigung, Erpressung, illegalen Waffenbesitz und Drogendelikte vor. Bei den übrigen Verdächtigen führten die Carabinieri Durchsuchungen durch.

Der Einsatz stand laut Polizei-Angaben im Zusammenhang mit der Suche nach dem Top-Mafioso Matteo Messina Denaro, der seit fast 30 Jahren auf der Flucht ist und mit Mordanschlägen wie dem gegen den Mafia-Jäger Giovanni Falcone 1992 in Verbindung gebracht wird. Die Ermittler fanden demnach heraus, dass ein aus dem Gefängnis entlassener Vertrauter des Gesuchten wohl eine zentrale Rolle in der Cosa Nostra einnahm und unter anderem auf Anweisung Denaros neue Führungsleute in den lokalen Clans ernannte. Die Ermittlungen brachten außerdem Erkenntnisse über die Zusammensetzung einzelner Mafia-Clans und deren Verstrickungen in Sizilien.

Die Mafiosi um die Westküstenstadt Trapani sind laut Angaben der Polizei weiterhin sehr aktiv

Die Mafiosi um Trapani seien weiter sehr aktiv und infiltrierten der Polizei zufolge die lokale Wirtschaft, etwa indem sie Wirte in der Gastronomie und Betreiber von Touristen-Unterkünften erpressten.

Bereits am Montag nahm die Polizei bei einem landesweiten Einsatz rund 30 mutmaßliche Mafiosi der kalabrischen 'Ndrangheta fest. In der vergangenen Woche rückten die Beamten am Donnerstag ebenfalls zu einer großangelegten Operation gegen die 'Ndrangheta aus und nahmen rund 200 Verdächtige fest. Die kurze Abfolge von Groß-Einsätzen gegen die italienischen Mafia-Clans sei zufällig, erklärte ein Mafia-Experte des Justizministeriums am Dienstag auf Nachfrage. (mit/dpa)