(sal/kle) - Kaum ist ein wenig Gras über Karl-Theodor zu Guttenbergs Plagiatsaffäre gewachsen, werden neue Schummelvorwürfe laut: Wie die Münchner "Abendzeitung" berichtet, soll die Juristin Veronica Saß bei ihrer Doktorarbeit abgekupfert haben. Das Pikante an der Sache: Sie ist die Tochter von CSU-Urgestein Edmund Stoiber.

Die 33-Jährige soll auf 82 Seiten ihrer Dissertation "Regulierung im Mobilfunk" gemogelt haben. Wie schon bei zu Guttenberg untersuchen Onlineaktivisten derzeit die Arbeit und listen die verdächtigen Stellen in einem eigenen Wiki auf. Laut "VroniPlag" sind 23,3 Prozent der 383 Seiten starken Schrift abgekupfert, so der aktuelle Stand am Donnerstagvormittag.

Saß soll auf fast 40 Seiten sogar durchgängig und wortwörtlich abgeschrieben haben. "Hier noch von einem 'Verdacht' zu sprechen, wird der erdrückenden Beweislage nicht gerecht", merken die Betreiber des Wikis an.

Stoibers Tochter hat im Dezember 2008 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Konstanz promoviert. Der "Abendzeitung" bestätigte die Universität zwar, dass der Promotionsausschuss momentan einen Betrugsfall prüft, berief sich jedoch auf den Datenschutz.

Wie das Blatt weiter berichtet, habe Saß in Konstanz eine eidesstattliche Erklärung abgeben müssen, in der sie versichert habe, die Arbeit ohne unzulässige Hilfe Dritter angefertigt und alle Quellen gekennzeichnet zu haben. Dieses Verfahren, das an deutschen Universitäten eigentlich Standard ist, könnte der Juristin zum Verhängnis werden: Bei einer falschen eidesstattlichen Erklärung drohen bis zu drei Jahren Haft oder eine Geldstrafe.