Erstmals nach dem Verschwinden von Peggy Knobloch im April 2011 äußert sich der leibliche Vater des Kindes zu dem Fall. Er begrüßt die Wiederaufnahme des Falles durch das Landgericht Bayreuth, da er Zweifel an der Schuld des verurteilten Ulvi K. hat: "Für mich war das ein unscheinbarer Mann, der das einfach nicht drauf hat."

Mario Peter Schwenk sagte im Interview mit dem RTL-Magazin "Explosiv" weiter: "Wenn Ulvi zugibt, dass er ein Mädchen umgebracht hat, warum fragt ihn dann keiner: Wo ist die Leiche? Und warum wird dann die Leiche nie gefunden? Wenn er nichts mehr zu verlieren hat, hätte er auch sagen können: Da liegt sie, buddelt sie aus. Und das ist nie passiert.“

Fall des getöteten Mädchens wird erneut vor Gericht verhandelt.

Der Fall sorgte jetzt erneut für Aufsehen, da der bereits damals Tatverdächtige Holger E., ein ehemaliger Freund der Familie Knobloch, gestanden hat. Ostern 2001 eine Freundin von Peggy aus Lichtenstein sexuell missbraucht zu haben. Die Kinder lebten zu dem Zeitpunkt im selben Haus. Über die pädophilen Neigungen von Holger E. war zum damaligen Zeitpunkt noch nichts bekannt. Peggys Vater sieht das heute so: "Er war einfach nicht verdächtig genug."

Wiederaufnahme des Falls Peggy

Nach einem Geständnis wurde schließlich 2004 der geistig Behinderte Ulvi K. als Peggys Mörder verurteilt. Inzwischen hat das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens angeordnet.

Mario Peter Schwenk: "Ich hoffe einfach, damals wurde sich verrannt. Die Arbeit ist in Richtung Ulvi gegangen, und mit dem Geständnis war da ein Ende absehbar. Es war vorher ja schon eine lange Arbeit, die die Behörden sicherlich belastet hat und die Familien und alle Beteiligten. Grundsätzlich war man sicherlich froh, ein Ende zu finden. Dass die neue SOKO da jetzt auch anders rangeht und gerade diesen Ulvi eben ausschließt, ist klar und für die Sache wahrscheinlich auch gut."

"Ich habe noch nicht das Gefühl, dass sie tot ist"

Fall Peggy: Verdächtiger könnte weitere Mädchen missbraucht haben.

Er selbst glaube auch nach wie vor daran, dass seine Tochter lebe: "Mein Herz wünscht sich das, dass sie noch lebt. Ich habe noch nicht das Gefühl, dass sie tot ist."

Seit fast 13 Jahren suchen die Ermittler nach der im Alter von neun Jahren verschwundenen Peggy Knobloch. Auf der Suche nach der Leiche hat die Polizei nun ein Grab auf einem Friedhof in Oberfranken geöffnet, allerdings vergeblich. Doch nicht nur die Leiche des Mädchens ist bis heute unauffindbar. Vielmehr sind bis heute viele Fragen vor allem zu dem mutmaßlichen Täter ungeklärt. (df)