Nach dem Amoklauf an einer amerikanischen Schule in Parkland, Florida müssen jetzt alle Schüler durchsichtige Rucksäcke verwenden. Das sorgt für viel Protest in den sozialen Medien.

Am 14. Februar 2018 erschoss ein ehemaliger Schüler an der Marjory Stoneman Douglas High School 17 Menschen. Nun haben die Behörden beschlossen, an der Schule neue Sicherheitsmaßnahmen einzuführen. Unter anderem wurden die Schüler aufgefordert, nur noch transparente Rucksäcke ins Schulgebäude mitzuführen.

Neue Rucksäcke werden als Angriff auf die Privatsphäre wahrgenommen

Obwohl die Maßnahmen der Sicherheit der Schüler dienen soll, stoßen sie bei diesen auf wenig Verständnis. Die transparenten, von der Schule zur Verfügung gestellten Taschen in Verbindung mit einem speziellen elektronischen Ausweis werden vor allem als Einschränkung der Privatsphäre gesehen.

Viele Schüler sind der Meinung, dass andere Themen jetzt wichtiger wären, und äußern bei Twitter ihren Unmut: "Mein neuer Rucksack ist fast so durchsichtig wie die Agenda der NRA. Ich fühle mich sooo sicher jetzt", schreibt eine Schülerin ironisch.

Schüler äußern im Internet ihr Unverständnis

Andere Betroffene nutzen die Rucksäcke, um auf die Proteste gegen Waffengewalt aufmerksam zu machen oder erinnern an die Demonstration, die am 24. März unter dem Motto "March For Our Lives" stattfand. Viele schickten auch Fotos ihrer Rucksäcke direkt an Floridas Senator Marco Rubio, um gegen die Maßnahme zu protestieren.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen sind bereits geplant

Zusätzlich zu den neuen Taschen und Ausweisen soll die Polizeipräsenz an der Schule erhöht werden. Auch der Zugang zur Schule soll eingeschränkt werden und nur noch über ausgewählte Eingänge erfolgen.

Und damit nicht genug: In einem Brief an die Schüler kündigte der Präsident aller Schulen in Florida an, in Zukunft sogar Metalldetektoren einführen zu wollen, um sicherzustellen, dass keine Waffen ins Gebäude gelangen.  © 1&1 Mail & Media / CF

Nach dem Mord an 17 Menschen an einer Schule in Florida hat der 19-Jährige Schütze die Tat laut Gerichtsakten gestanden. Unterdessen tobt in den USA wieder die nach solchen Fällen übliche Diskussion über Waffengesetze. Bisher verlief sie stets fruchtlos.