Täglich beten Millionen von Christen das Vaterunser. Selbst viele Nichtgläubige können den Wortlaut der Fürbitte auswendig. Nun hat Papst Franziskus die deutsche Version des Gebets genauer unter die Lupe genommen - und Teile kritisiert.

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"Vaterunser, der Du bist im Himmel", mit diesen Worten beginnt das wohl bekannteste Gebet der Christenheit auf Deutsch. Die Passage, die das Missfallen von Papst Franziskus erregt, folgt wenig später.

"Führe uns nicht in Versuchung" sei "keine gute Übersetzung", wie der oberste Hirte der Katholiken nun im italienischen Fernsehen kundtat.

Lob für Frankreich

Im gleichen Zuge erwähnte Franziskus die französische Kirche lobend. Sie hatte für ihre Gemeinden zum ersten Advent eine verbindliche Änderung am Vaterunser angeordnet. Dort heißt es nun "Und lass uns nicht in Versuchung geraten".

Der Unterschied liege darin, dass Gott nicht derjenige sei, der die Menschen verleite: "Ein Vater tut so etwas nicht. Ein Vater hilft, sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan", erklärte der Papst im TV.

Geteilte Meinung

Die Geistlichen hat Franziskus mit seiner Meinung überwiegend auf seiner Seite. "Bild" zitiert Pater Bernd Hagenkord, Redaktionsleiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan: "Es ist gut darüber zu sprechen, was und wie wir beten, was wir meinen, wie wir es sagen."

Die Idee einer sprachlichen Anpassung des 2.000 Jahre alten Gebets stößt indes nicht bei jedem auf Gegenliebe. Rudolf Vorderholzer, Bischof von Regensburg, äußerte sich bereits vor der Kritik von Papst Franziskus gegen ein solches Vorhaben.

Vorerst keine Erneuerung für Protestanten

Während die katholische Kirche über das Gebet diskutiert, stand das Vaterunser, beziehungsweise dessen Übersetzung, bei den Protestanten für die "Lutherbibel 2017" bereits auf dem Prüfstand. In diesem Zuge wurde der Wortlaut der Fürbitte bestätigt. (cf)  © 1&1 Mail & Media / CF

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