Stars wie Catherine Zeta-Jones, Meryl Streep oder auch Ewan McGregor haben bei den Golden Globes schwarz getragen, um gegen die sexuellen Übergriffe in Hollywood zu protestieren. Auch Justin Timberlake hat mitgemacht - und dafür heftige Kritik im Internet geerntet.

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Popstar, Schauspieler und Publikumsliebling Justin Timberlake (36) steht in der Kritik. Er gehörte zu den vielen Stars, die bei den Golden Globes 2018 schwarze Kleidung trugen, als Zeichen der Solidarität mit den Opfern sexuellen Missbrauchs in Hollywood. Doch einigen Twitter-Nutzern stieß dies bitter auf.

"Warum hast du mit Woody Allen zusammengearbeitet? Heuchler!" lautete es auf Twitter. "Schwarz tragen: gut. Darüber reden: gut. Nächster Schritt: Nicht an Projekten von solchen Männern wie Woody Allen mitwirken. Hab Spaß bei der Party. Aber DANN mach es besser", reagierte eine Nutzerin auf einen von Justin Timerlakes Tweet und erntete damit Hunderte Likes. Viele weitere Nutzer meldeten sich ähnlich zu Wort. Was war da los?

In bester Absicht

Justin Timberlake hatte mit schwarzem Anzug und dem "Time’s up"-Pin Solidarität mit den Opfern sexuellen Missbrauchs bekunden wollen. Im Rahmen der Golden Globes-Verleihung postete er ein Twitter-Foto gemeinsam mit seiner Frau Jessica Biel, die zu den nominierten Darstellerinnen für die Serie "The Sinner" gehörte. Versehen hatte er das Foto passend mit den Hashtags #TimesUp und #whywewearblack.

Der Aufschrei im Netz folgte prompt, denn Justin Timberlake hat die männliche Hauptrolle in Woody Allens neuem Film "Wonder Wheel", der am kommenden Donnerstag in den deutschen Kinos startet. Darin ist er als New Yorker Bademeister an der Seite von Kate Winslet (42, "Titanic") zu sehen.

Heucheleivorwürfe gegen Justin Timberlake

Im Zuge der #metoo-Tweets und -Artikel gerieten viele Hollywoodgrößen in die Kritik, ausgelöst durch die Sexskandal-Enthüllungen um den Produzenten Harvey Weinstein. Gegen einen unter ihnen gab es jedoch schon lange vor dem aktuellen Skandal immer wieder Missbrauchsvorwürfe: Regisseur Woody Allen ("Was gibt’s Neues, Pussy?").

Der 82-Jährige steht seit vielen Jahren im Verdacht, seine Adoptivtochter Dylan Farrow (heute 31 Jahre alt) und andere junge Frauen missbraucht zu haben. Bei einem Konzert des Regisseurs und Hobbymusikers mit seiner Jazzband in der Hamburger Elbphilharmonie stürmten deshalb sogar halbnackte Femen-Aktivistinnen die Bühne.  © 1&1 Mail & Media / CF

Mit einer kämpferischen Rede zu Frauen- und Bürgerrechten hat sich US-Entertainerin Oprah Winfrey bei der Verleihung der Golden Globes für einen Preis für ihr Lebenswerk bedankt.