Letzter Anlauf im Fall Maddie? Vor fast elf Jahren ist das britische Mädchen im Urlaub der McCanns in Portugal verschwunden. Jetzt starten die Ermittler einen neuen Versuch, das Mädchen zu finden. Es soll sogar eine heiße Spur geben.

Seit beinahe elf Jahren wird Maddie McCann vermisst. Das damals knapp vier Jahre alte Mädchen aus England verschwand im Portugal-Urlaub von einer Ferienanlage.

Die jahrelange Suche verlief bisher erfolglos. Jetzt startet das britische Innenministerium einen angeblich letzten Anlauf, das Mädchen doch noch zu finden.

Nach Angaben der "Daily Mail" beantragten Detektive der "Operation Grange", der SoKo im Fall Maddie, ein weiteres Mal finanzielle Unterstützung. Und diese wurde bewilligt.

Polizei wohl mit heißer Spur

Das Innenministerium bestätigte, dass die Detektive die Mittel erhalten würden, um eine entscheidende letzte Fahndung aufzunehmen.

Ein Sprecher des britischen Innenministeriums erklärte laut "Bild"-Zeitung: "Wir haben dem Antrag stattgegeben, nachdem die Polizisten auf eine heiße Spur hinwiesen. Wir geben nicht auf."

Zu den genauen Hinweisen gab es aus ermittlungstechnischen Gründen allerdings keine Auskunft.

Die finanzielle Unterstützung der britischen Ermittlungen wird inzwischen alle sechs Monate überprüft. Sie betrug zuletzt von Oktober bis Ende März 154.000 Britische Pfund (etwa 176.000 Euro). Ähnlich hoch soll die neue Summe sein.

Eltern "unglaublich dankbar"

Maddies Eltern sind nach Angaben ihres Anwalts "unglaublich dankbar". Er erklärte: "Es gibt den beiden eine kleine Hoffnung, endlich zu erfahren, was mit ihrer Tochter passiert ist."

Die britische Polizei ermittelt seit 2011 in dem Fall. Die portugiesische Justiz hatte ihre Ermittlungen 2008 eingestellt, nahm sie im Oktober 2013 aufgrund neuer Indizien aber wieder auf.

Die Eltern waren in einem nahegelegenen Restaurant essen, als Maddie aus dem Ferienappartement verschwand. Die Ermittler gehen von einer Entführung aus. Zunächst standen auch die Eltern unter Verdacht. (ms/dpa)