Das Rätselraten um den Verbleib des verschollenen Flugs MH370 der Malaysia Airlines geht weiter: Am Samstag vergangene Woche verschwand die Boeing 777 auf ihrem Weg von Malaysia nach China vom Radar. Seitdem gibt es von der Maschine mit 239 Passagieren an Bord keine Spur. Theorien über den Verbleib des Fluges reichen von Sabotage, Entführung, Terrorakt bis hin zum Suizid eines Piloten - wir halten Sie in unserem Ticker auf dem Laufenden.

13:57 In einem zentralen Punkt der Untersuchung zum verschollenen Flug MH370 hat Malaysia frühere Angaben widerrufen. Wann genau das Kommunikationssystem der Boeing 777-200 abgeschaltet wurden, ist demnach doch unklar. Der exakte Zeitpunkt könne nicht ermittelt werden, sagte Malaysias Verkehrsminister Hishammudin Hussein am Dienstag. Der Minister widersprach damit früheren Aussagen, denen zufolge das Kommunikationssystem ACARS vor der letzten wörtlichen Rückmeldung aus dem Cockpit ausgeschaltet worden war. Die Maschine der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf ihrem Flug von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Laut der Fluggesellschaft könnte das System zwischen seinem letzten Signal um 01.07 Uhr und dem Zeitpunkt der nächsten planmäßigen Signals um 1.37 Uhr ausgeschaltet worden sein. Dass unklar sei, ob die Kommunikation vor oder nach dem letzten Funkspruch um 1.19 Uhr abgeschaltet wurde, hat laut Hussein keinen Einfluss auf die Suche nach der Maschine. Unerheblich sei das auch für die Sicht, dass die Bewegungen des Flugzeugs auf "ein vorsätzliches Handeln von jemandem in der Maschine" schließen ließen.

Theorien reichen von Sabotage über Entführung bis zu Terrorismus.

13:06 Kurz nach dem Verschwinden des Fluges MH370 haben die Bewohner einer Malediven-Insel laut einer Lokalzeitung einen tieffliegenden Passagier-Jet gesehen. Das Flugzeug sei den Augenzeugen zufolge weiß mit roten Streifen gewesen - so sähen häufig auch die Flugzeuge der Malaysia Airlines aus, berichtete die Zeitung "Haveeru" am Dienstag online. Ein Journalist der Zeitung erklärte auf Nachfrage, die Menschen der Insel Kuda Huvadhoo im Dhaal Atoll hätten seit vorvergangenen Samstag auf die Sichtung hingewiesen. Aber erst jetzt habe seine Zeitung mehrere Menschen persönlich sprechen können. Den übereinstimmenden Berichten zufolge habe das Flugzeug um 6.15 Uhr Ortszeit die Insel überquert und dabei einen ohrenbetäubendem Lärm gemacht. "Ich habe noch nie ein Flugzeug so niedrig über unsere Insel fliegen sehen. Wir haben Wasserflugzeuge gesehen, aber ich bin sicher, dass das keines war", sagte ein Augenzeuge der Zeitung.

12:50 Das Gebiet, auf dem nach dem verschollenen Flugzeug gesucht wird, hat mittlerweile Ausmaße von der Größe Australiens. "Die gesamte Suchregion umfasst nun 2,24 Millionen Quadratseemeilen (etwa 7,7 Millionen Quadratkilometer)", sagte der malaysische Verkehrsminister Hushamuddin Hussein bei einer Pressekonferenz. Australien hat eine Landfläche von 7,6 Millionen Quadratkilometern. Allein im Indischen Ozean wird - etwa 3.000 Kilometer südwestlich der australischen Stadt Perth - auf einer Fläche von 600.000 Quadratkilometern nach dem Flugzeug gesucht. Insgesamt reicht das Suchgebiet von Kasachstan über Westchina bis hin zum Indischen Ozean westlich von Australien.

11:46 Wütende Angehörige chinesischer Passagiere an Bord des vermissten Flugzeugs der Malaysia Airlines drohen mit Hungerstreik, falls sie nicht mehr Informationen bekommen. Bei einem Treffen mit Vertretern der Fluggesellschaft am Dienstag in Peking äußerten sie scharfe Kritik. "Bringt unsere Verwandten zurück", hatte eine verzweifelte Frau auf ein Plakat geschrieben, mit dem sie aus Protest gegen die als unzulänglich empfundene malaysische Informationspolitik zum Hungerstreik aufrief. "Wir brauchen die Wahrheit. Wir werden uns nicht der Politik beugen." 153 der 239 Insassen des Flugzeugs sind chinesische Staatsbürger.

11:10 Laut einem Bericht der "New York Times" wurde die Kursänderung des vermissten Flugzeugs nach Westen direkt nach dem Kontaktverlust vom Autopiloten vorgenommen. Zwar wird dieser normalerweise vor dem Start programmiert, er kann aber auch während des Flugs mit neuen Befehlen gefüttert werden. Die Zeitung nennt "ranghohe amerikanische Beamte" als Quelle.

10:45 Zabihullah Mujahid, ein Taliban-Sprecher, hat sich laut der schweizerischen Zeitung "Blick" zum vermissten Flugzeug geäußert. Von einer Entführung durch die Organisation könne nicht gesprochen werden. In seiner Stellungnahme erklärt Mujahid, die Taliban hätten das Flugzeug nicht entführt: "Wir wünschten uns eine Gelegenheit, so ein Flugzeug zu entführen. Es ist außerhalb von Afghanistan passiert und es ist offensichtlich, dass nicht einmal Länder mit sehr fortschrittlichen Einrichtungen und Ausrüstung herauskriegen, wohin es geflogen ist."

10:35 Nun hat auch China die Ermittlungen zu Flug MH370 auf sein Staatsgebiet ausgeweitet und sucht an der Nordwestgrenze nach dem vermissten Flugzeug. Dabei konzentriert sich die Suche auf die mögliche nördliche Flugroute in Richtung Kasachstan, die das Flugzeug nach seinem Kurswechsel genommen haben könnte. Das letzte Lebenszeichen von Flug MH370 gab es offenbar in Form eines "Pings" siebeneinhalb Stunden nach dem Start, doch wo sich die Maschine zu diesem Zeitpunkt aufhielt, ist nach wie vor unklar.

09:15 Eine weitere Theorie lautet, dass das Flugzeug im Schatten einer anderen Maschine weitergeflogen sein könnte und daher nicht auf dem Radar zu sehen war. In der Nähe des Fluges sei eine Maschine von Singapore Airlines unterwegs gewesen. Es sei durchaus möglich, dass beide Maschinen als ein Punkt auf dem Radar erschienen sind. Allerdings sei diese Theorie laut eines von der "Bild" zitierten Luftfahrtexperten kaum glaubhaft: Die Auflösung des militärischen Radars wäre zu genau, um ein Flugzeug zu übersehen. Außerdem sei es nicht möglich im Schatten eines Fluges zu fliegen.

07:20 Es gilt als sicher, dass die Maschine vorsätzlich für Radarsysteme unkenntlich gemacht wurde und einen Kurswechsel unternommen hat. Für ein derartiges Manöver sind spezifische Kenntnisse nötig, weshalb zunehmend die Piloten der Maschine ins Visier der Ermittlungen geraten. Malaysische Behörden berichteten auf einer Pressekonferenz, dass ein Teil der Kommunikationssysteme bereits abgeschaltet worden war, als sich das Cockpit mit den Worten "Alles klar, gute Nacht" das letzte Mal meldete. Wer die Worte sendete, ist ebenfalls unklar. Es ist allerdings davon auszugehen, dass zu diesem Zeitpunkt bereits der Kurswechsel begonnen hatte. (men/dpa)