Der künftige bayerische Landesbischof Christian Kopp macht sich nach eigenen Angaben keine Sorgen um kirchliche Feiertage wie Pfingsten. "Wir sind doch unglaublich viele! Etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung ist Kirchenmitglied. Aber es sind noch mehr Menschen kirchlich geprägt in unserem Land", sagte er dem "Münchner Merkur" (Wochenendausgabe). "Für eine große Mehrheit von Deutschen ist die christliche Tradition aber wichtig. Ich habe wenig Sorge, dass sich daran etwas plötzlich ändert."
Kopp war Ende März zum neuen Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern gewählt worden. Im Herbst tritt er offiziell die Nachfolge von Heinrich Bedford-Strohm an.
Kopp ist optimistisch
"Ich möchte gerne diejenigen stärken, die etwas bewegen für unsere Gesellschaft, für unsere Kirche - und will sie unterstützen mit meiner Arbeit", sagte er der Zeitung. "Das Schwarzsehen liegt mir nicht", betonte er mit Blick auf die immer kleiner werdende Zahl von Kirchenmitgliedern. "Natürlich: Niemand baut gerne ab oder gibt Häuser auf. Ich kann schon verstehen, dass deswegen auch Traurigkeit entsteht. Aber der Geist Gottes, um den es an Pfingsten geht, gibt Mut, begeistert uns und wir sehen wieder klarer, warum wir das alles überhaupt machen."
Fachkraftmangel nicht nur bei Priestern
Stärken wolle er weiter die Ökumene, also die Zusammenarbeit zwischen Protestanten und Katholiken. "Das Wesentliche passiert nicht in der oberen Ebene, sondern vor Ort", sagte er. "Wir sind gerade auf der Suche nach Möglichkeiten in der Pastoral, wo eine Person für beide Kirchen Aufgaben übernimmt. Wir haben Probleme, im Osten Oberbayerns überhaupt noch Stellen zu besetzen, weil der Fachkräftemangel nicht nur bei Priestern und Pfarrern da ist, sondern massiv auch in anderen Berufsgruppen." Er nannte Jugend- und Seniorenarbeit und den Religionsunterricht als Beispiele für Möglichkeiten der Zusammenarbeit: "Es geschieht an vielen Orten, dass der katholische Priester Evangelische bestattet." © dpa

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