München (kle/jfi) - Es ist ein Fall, der den Glauben in die Gerechtigkeit erschüttert: Weil ein Kinderschänder vor Gericht gestanden hatte, wurde er lediglich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Auf freiem Fuß wohnt er nun wieder direkt neben seinem Opfer.

Das Urteil schockt genauso wie die Tat: Der 42-Jährige aus Dresden hatte ein vierjähriges Mädchen zum Oralverkehr gezwungen. Dass dieser Mann nicht hinter Gitter musste und auch seine eigene fünfjährige Tochter weiter sehen darf, erschüttert das Rechtsverständnis zahlreicher Bürger.

Eine Absprache zwischen dem Angeklagten, der Staatsanwaltschaft und dem Gericht soll die Bewährungsstrafe möglich gemacht haben: Wenn er gesteht, muss er nicht ins Gefängnis, so lautete der Deal. Der Hilfsdrucker nutzte die Chance, räumte die Tat ein und spazierte nach dem Urteil nach Hause.

Unglaublich: Die Mutter seiner Tochter sieht trotz der Verurteilung keinen Grund, ihm den Kontakt zum eigenen Kind vorzuenthalten. Im Gegenteil. Wie "Bild.de" berichtet, freut sich der Verurteilte über die wiedergewonnene Freiheit und auf die Zeit mit seinem Kind: "Meine Tochter wird mich in Zukunft auch tageweise besuchen, dann kann sie wieder mit der Nachbarstochter spielen". Unfassbar, aber er meint damit das Kind, dem er mit seiner abscheulichen Tat eine unbeschwerte Kindheit verbaute.