Jahresrückblick 2017: Diese Bilder bewegten die Menschen 2017

Kommentare3

Ein König wird zu Grab getragen, ein Staat steht kurz vor dem Bürgerkrieg, ein Volk ist auf der Flucht: drei emotionale Ereignisse in Bildern.

Thailand nimmt Abschied von König Bhumibol: Zirka 250.000 Menschen werden zu der Beerdigungszeremonie erwartet. Viele schlafen während der fünf Tage auf den Straßen rund um den großen Palast.
Ein Soldat salutiert vor dem königlichen Krematorium während der Einäscherung des thailändischen Königs nahe des großen Palasts in Bankok.
Anlässlich der am 25. Oktober beginnenden fünftägigen Trauerfeierlichkeiten entzündet eine Frau eine Kerze vor dem Portrait des beliebten Königs bei einem Gottesdienst in einem buddhistischen Tempel in Bangkok.
Salutschüsse werden am 26. Oktober vor dem königlichen Krematorium abgefeuert. Die Feuerbestattung findet nach strengen buddhistischen und hinduistischen Ritualen statt.
Die thailändischen Prinzessinnen Maha Chakri Sirindhorn, Ubolratana Rajakanya, Bajrakitiyabha and Sirivannavari Nariratana schreiten zur Übergabe-Prozession der königlichen Reliquien und der Asche des verstorbenen Königs Bhumipol.
Erst mehr als ein Jahr nach seinem Tod wird der Leichnam des Königs eingeäschert.
In diesem Wagen sind die königliche Reliquien und die königliche Asche auf dem Weg zu ihrer Ruhestätte in zweit Tempeln in Bangkok. Der thailändische König Maha Vajiralongkorn (hinten im Bild) und Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn (vorne im Bild) eskortieren die Urnen.
Ein anderer Ort: 2017 kommt es in Venezuela zu heftigen Zusammenstößen Oppositioneller mit Polizeikräften. Besonders in Caracas spielen sich dabei bürgerkriegsähnliche Szenen ab. Präsident Nicolas Maduro geht hart gegen die Demonstranten vor.
Beim Marsch Oppositioneller auf der Francisco Fajardo-Autobahn in Caracas wird die Dimension der Proteste ersichtlich. Am 29. März entmachtet der Oberste Gerichtshof das von der Opposition dominierte Parlament und hebt die Immunität der Parlamentarier auf. Danach explodiert die Gewalt.
Demonstrantin Caterina Ciarcellutti wirft Steine auf die Polizeikräfte am 1. Mai. An diesem Tag verkündet Nicolas Maduro die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung, um eine neue Verfassung auszuarbeiten. Weder Parlament noch Opposition sollen bei der Auswahl der Mitglieder beteiligt sein.
Im dichten Qualm steht ein Oppositioneller in den Nationalfarben Venezuelas neben einer venezolanischen Flagge. Bis Ende Juli sterben in Venezuela mehr als 100 Menschen bei den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Opposition.
Die venezolanische Nationalgarde Guardia nacional Bolivariana kreist eine Frau am 10. Juli bei den zehnstündigen Straßenblockaden der Opposition ein. Seit 100 Tagen dauern bis zu diesem Tag die Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro an.
Ein von Oppositionellen in Brand gesetzter Lastwagen blockiert eine Allee in Caracas. Beim 24-stündigen zivilen Streik im Juli erhöhen die Aktivisten den Druck auf Nicolas Maduro. Der venezolanische Präsidenten wird für die schwere Wirtschaftskrise und Versorgungsengpässe im Land verantwortlich gemacht.
Dramatische Bilder kommen 2017 auch aus Myanmar: Dort sind Hunderttausende Rohingya auf der Flucht. Die Rohingya sind eine mehrheitlich sunnitische Volksgruppe Myanmars, werden aber nicht als Staatsbürger anerkannt. Seit der Unabhängigkeit Myanmars (einst Birma) 1948 führte die Regierung 20 militärische Operationen gegen die Rohingya durch. Zuletzt seit August 2017.
Die Fluchtwelle beginnt mit der Militäroperation der myanmarischen Armee gegen die Rohingya. Das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR schätzt, dass etwa 525.000 Rohingya bis Oktober 2017 in das muslimische Nachbarland Bangladesch geflohen sind.
Ein Rohingya-Flüchtling trägt sein Kind in einem Korb über der Schulter.
Inmitten des verheerendsten Monsuns seit vielen Jahren steht diese Rohingya mit ihrem Kind im Regen. Die meisten Flüchtlinge überqueren die Grenze am Grenzfluss Naf, dessen Pegel durch die starken Regenfälle angestiegen ist.
Vom Siedlungsgebiet der Rohingya aus ist neben dem Überqueren des Flusses Naf die Bootsüberquerung des Golfs von Bengalen die beste Möglichkeit, Myanmar Richtung Bangladesch zu verlassen.
Das Thenkhali-Flüchtlingscamp in Cox’s Bazar, einer Stadt in Bangladesch, ist eines der Aufnahmestationen der geflüchteten Rohingya. Immer wieder flüchten Rohingya in dieses Gebiet. So 1942, 1962, 1978 und 1991. Schätzungsweise eine bis anderthalb Millionen Rohingya sind seit der Unabhängigkeit Myanmars im Exil.
Das Elend und die Not durch Vertreibung und Flucht ist dieser Frau anzusehen. Ob sie jemals wieder in die Heimat zurückkehren kann, ist ungewiss.
Neue Themen
Top Themen