Der Iran hat erneut die Todesstrafe vollzogen - öffentlich. Hingerichtet wurde der Mörder eines jungen Mädchens.

Ein wegen Vergewaltigung und Mordes an einem siebenjährigen Mädchen verurteilter Mann ist in der westiranischen Kleinstadt Pars Abad öffentlich hingerichtet worden.

Der Mann hatte das Kind im Mai entführt, vergewaltigt und ermordet. Die in der Garage versteckte Leiche wurde erst nach 20 Tagen entdeckt.

700 Hinrichtungen binnen sechs Monaten

Nach der Bestätigung des Urteils durch das oberste Gericht wurde er am Montag an einem nicht genannten Ort in Pars Abad öffentlich gehängt, wie die Nachrichtenagentur ISNA berichtete.

Im Iran wird die Todesstrafe unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung, bewaffneten Raubes und Drogenhandels mit mehr als einem Kilogramm Rauschgift verhängt.

Nach Angaben von Amnesty International wurden in dem Land allein in der ersten Jahreshälfte annähernd 700 Menschen - hauptsächlich Drogenschmuggler - hingerichtet.

Vor 40 Jahren gab es weltweit nur 16 Länder ganz ohne Todesstrafe. Heute sind es 141. Aber immer noch werden jedes Jahr Tausende Menschen hingerichtet. Wie viele es genau sind, weiß niemand.


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