Der Sänger der Rockband Lostprophets, Ian Watkins, steht wegen Kindesmisshandlung vor Gericht. Bislang stritt der Frontmann der walisischen Formation die Vorwürfe ab. Jetzt aber gab der Sänger zu, sich elfmal an Minderjährigen vergangen zu haben - inklusive der versuchten Vergewaltigung eines Babys.

Der Sänger der Lostprophets musste sich diese Woche zu Vorwürfen der Kindesmisshandlung in 24 Fällen vor Gericht äußern. Watkins soll sich an kleinen Kindern vergangen haben und auch versucht haben, ein Baby zu vergewaltigen. Bisher stritt der 36-Jährige jegliche Schuld ab. Nun gab er zu, in elf der 24 Anklagefällen schuldig zu sein. Weiter wird ihm der Besitz und die Veröffentlichung von pornografischem Material mit Minderjährigen vorgeworfen. Neben dem Rockstar sitzen auch zwei junge Mütter auf der Anklagebank. Sie gaben bereits zu, ihre Neugeborenen dem Rockstar für sexuelle Handlungen zur Verfügung gestellt zu haben.

"Er war ein entschlossener und überzeugter Pädophiler", sagt der Hauptankläger in einem Interview mit "Mirror.co.uk". Watkins selbst behauptet, zu dem Zeitpunkt der versuchten Baby-Vergewaltigung unter dem Einfluss von Drogen gestanden zu haben. Sonst wäre es nie dazu gekommen, behauptet der Sänger vor Gericht. Auch die Ex-Freundin des Sängers hat sich zu Wort gemeldet. Im "Mirror" behauptet die Frau, die Polizei schon vor vier Jahren von den pädophilen Neigungen Watkins' informiert zu haben.

Ehemalige Bandkollegen schockiert

Die Neuigkeiten über die Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen Watkins haben bei den restlichen Bandmitgliedern entsetzen ausgelöst. Die Lostprophets hatten nach 15 gemeinsamen Jahren erst im vergangenen Oktober das Ende der Band verkündet. In einem Statement erklärten die restlichen Musiker, "dass es für sie unmöglich sei, so weiterzumachen". Die Gründe hinter dieser Aussage wurden nie erklärt, jedoch scheint sich die Frage nun selbst zu beantworten.

Die restlichen Mitglieder der Band behaupten zumindest, von den Kindesmisshandlungen nichts mitbekommen zu haben. Nachdem sich Watkins in elf der 24 Fälle als schuldig bekannt hatte, ließ Gitarrist Lee Gaze per Twitter verlauten: "Das ging schnell. Wenigstens ist die Sache jetzt beendet." (dpa/sst)