Für eine Gruppe von Tirolern ist am Wochenende ein Albtraum wahr geworden: Als der Fahrer ihres Autos in Sölden kurz aussteigt, setzt sich ein Fremder ans Steuer und beginnt, was wie eine Todesfahrt anmutet. Wollte er die Menschen im Auto umbringen?

Ein Tiroler will am Samstagfrüh gegen 3:00 Uhr zwei Freunde in Sölden nach Hause bringen. Der Fahrer steigt kurz aus und entfernt sich für etwa eine Minute vom Auto, als sich ein Betrunkener ans Steuer setzt.

"Er hat den Insassen gedroht, sie umzubringen, wenn sie nicht sofort aussteigen. Aber dazu hat er ihnen erst gar keine Zeit gelassen sondern ist einfach losgefahren", schildert der Imster Bezirkspolizeikommandant Hubert Juen der "Tiroler Tageszeitung".

Auto wird zum Wrack

Für die beiden Tiroler auf der Rückbank beginnen Minuten der Angst: Der Mann, ein alkoholisierter 23-jähriger Schweizer, entführt sie auf eine wilde Fahrt, prallt mit hoher Geschwindigkeit mehrmals gegen Leitschienen und gerät wiederholt auf den Gehsteig, wo sich Passanten gerade noch in Sicherheit bringen können.

Ein gewaltiger Crash beendet schließlich die Horror-Fahrt: Der Schweizer rast gegen ein Tunnelportal im Bereich Mühlau. Die beiden Tiroler werden nur leicht verletzt, das Auto hat einen Totalschaden.

Verdacht auf versuchten Mord

Glück im Unglück: Ein Bekannter hat das Geschehen beobachtet und das Auto verfolgt, er holt den Eigentümer schließlich zum Unfallort.

Gegen den Schweizer läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes auf versuchten Mord. Die Insassen auf der Rückfahrt hatten großes Glück: Einen halben Meter weiter wäre das Wrack einen Hang hinuntergestürzt, erklärt Juen in der "Tiroler Tageszeitung": "Dort fällt es steil direkt in die Ötztaler Ache ab. Die Geschichte wäre wohl noch mal schlimmer ausgegangen, wenn das passiert wäre". (af)