Ein sieben Monate altes Baby stirbt nach einem Biss des Familienhundes. Warum das Tier aggressiv wurde, ist noch unklar. Es soll sich jedoch um einen Kampfhund-Mischling handeln.

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Wieder eine tödliche Hundeattacke: In Hessen ist ein Baby nach einem Angriff gestorben. Der Vorfall ereignete sich Montagabend in Bad König, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag gemeinsam mitteilten.

Der Familienhund hatte das Kind demnach in der Wohnung der Familie aus noch ungeklärter Ursache angefallen und in den Kopf gebissen.

Es handelt sich den Angaben zufolge um einen Mischling, bei dem es sich "nach dem äußeren Ansehen um einen Staffordshire-Mix handeln könnte". Der Hund wurde in ein Tierheim gebracht. Dort sei er als aggressiv beschrieben worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Zweite tödliche Attacke innerhalb weniger Tage

Der 23 Jahre alte Vater hatte laut der Mitteilung sofort die Rettungskräfte verständigt, die den kleinen Jungen in eine Klinik brachten. Zunächst war der Zustand des Säuglings stabil, am späten Abend erlag er jedoch seinen Verletzungen.

Die Eltern des Kindes stehen nach Angaben der Behörden unter Schock. Die Polizei sicherte am Vormittag Spuren vor Ort.

Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass ein Staffordshire-Terrier-Mischling in Hannover eine 52-jährige Frau und deren 27 Jahre alten Sohn totgebissen hatte.

Der Hund mit dem Namen Chico ist derzeit in einem Tierheim untergebracht. Möglicherweise kommt er in eine Spezialeinrichtung. Ursprünglich wollte die Stadt den Hund einschläfern.

Der Angriff könnte für Mitarbeiter der Stadt personelle und strafrechtliche Konsequenzen haben. Konkret geht es um Versäumnisse des Veterinäramts: Schon 2011 habe die Behörde Hinweise erhalten, dass der Hund eine gesteigerte Aggressivität zeige und die Besitzer für seine Haltung nur eingeschränkt geeignet seien.

Welcher Hund als gefährlich gilt, regeln die Bundesländer

Eine deutschlandweite Regelung zur Haltung von Kampfhunden gibt es nicht. Welche Rassen als gefährlich eingestuft werden, listen die einzelnen Bundesländer auf.

Häufige "Listenhunde" sind Rassen wie Pitbull Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier oder American Staffordshire Terrier. Für sie gilt ein bundesweites Importverbot.

Durchschnittlich sterben in Deutschland im Jahr drei bis vier Menschen an Hundebissen oder nach Hundestößen. Das Statistische Bundesamt zählte von 1998 bis 2015 insgesamt 64 Todesopfer.

Hundebisse werden bundesweit nicht statistisch erfasst. Für das Jahr 2010 zählte die gesetzliche Unfallversicherung 3.610 Bissverletzungen - davon 75 Prozent durch Hunde und Katzen.

In einer Dissertation, die Beißstatistiken der Bundesländer für 2012 auswertet, werden knapp 3.000 Hundebisse an Menschen gezählt. Wenn die Attacken tödlich enden, sind demnach meist Menschen Opfer, die sich schlecht verteidigen können - also Ältere und kleine Kinder.

Aufsehen erregte im Juni 2000 der Fall des sechsjährigen Volkan. Zwei freilaufende American-Staffordshire-Mischlinge töteten das auf einem Schulhof in Hamburg spielende Kind. Daraufhin wurden in den Bundesländern die Gesetze verschärft. (ank/dpa)