"Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger": In Frank Plasbergs ARD-Talk "hart aber fair" tritt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann in ein Fettnäpfchen. Die Teilnehmerrunde sieht überraschend großzügig darüber hinweg.

"800.000 Flüchtlinge – schafft Deutschland das?" Um diese Frage geht es bei Frank Plasbergs "hart aber fair" am Montag. Innenminister Joachim Herrmann, Teilnehmer der Talkrunde, leistet sich dabei eine verbale Entgleisung, die man gerade bei einem Thema, wo es auch um Toleranz geht, nicht erwarten würde.

"Focus"-Chefredakteur Ulrich Reitz spricht gerade von der "grandiosen Erfolgsstory", die Deutschland hingelegt habe, indem in der Vergangenheit Hunderttausende von türkischen, griechischen und italienischen Arbeitsmigranten integriert worden seien. "Deutschland hat sich damit weiterentwickelt."

"Ein wunderbarer Neger"

Joachim Herrmann bezeichnet Roberto Blanco als "wunderbaren Neger" (Minute 40:50). © YouTube

Da plappert der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lautstark dazwischen (Minute 40:50 im Video) und zementiert damit nicht besagte deutsche Weiterentwicklung, sondern eher deutsche Rückständigkeit: "Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den weißen Deutschen wunderbar gefallen hat und beim FC Bayern sind auch eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe - und das finden die Fans des FC Bayern auch gut."

Der zweite Halbsatz geht fast unter in einem Durcheinander ungläubiger Stimmen, denn Herrmann trifft mit seiner Wortwahl nicht nur bei Wissenschaftsmoderator Ranga Yogeshwar einen Nerv. Die sanftmütige Talkrunde lässt den Fauxpas aber dann doch durchgehen: "Zu mir hat man auch schon mal Neger gesagt, das ist einfach so", kommentiert Yogeshwar. Moderator Plasberg mischt sich erst gar nicht ein.

Nachtrag:

Herrmann bezog mittlerweile im ZDF-"Morgenmagazin" Stellung: Er habe lediglich die Aussage eines Einspielers aufgegriffen, in dem das Wort "Neger" gefallen war.

(sist)