Seit 16 Uhr am Sonntag hält ein Brand auf einem Bunker in Hamburg die Feuerwehr in Atem. Ein Ende des Einsatzes ist noch immer nicht in Sicht. Die Dachkonstruktion macht die Löscharbeiten äußerst kompliziert.

Die ganze Nacht über hat die Feuerwehr in Hamburg gegen einen Brand auf dem Dach eines Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg gekämpft. In der Nacht entfachte starker Wind immer wieder Glutherde.

Auch am Vormittag ist ein Ende des Einsatzes nicht abzusehen. "Ich wage keine Prognose", sagt Werner Nölken, Pressesprecher der Hamburger Feuerwehr, auf unsere Nachfrage.

Ausgebrochen war das Feuer am Sonntagnachmittag in einem Holz-Penthouse auf dem Dach des Bunkers. Die Feuerwehr bekämpft die Flammen seither mit einem Großaufgebot. Zwischenzeitlich waren bis zu 100 Löschkräfte im Einsatz.

Bei dem Haus handle es sich um eine Art Energiespargebäude. Es hat "kein normales Dach", so Nölken, sondern eine Konstruktion aus mehreren Schichten, die sowohl nach innen als auch nach außen mit einer Metallplatte abschließe.

Im Inneren der Dachkonstruktion sei Dämmwolle verbaut, die zwar als schwer entflammbar gilt, in diesem Fall aber Feuer gefangen hat.

"Mühselige Handarbeit"

"Das Feuer hat sich tief in das Dämmmaterial des Hauses gefressen." Eindämmen lasse sich dies nur, in dem die Dämmwolle kleinteilig aus dem Gebäudeinneren gezogen und anschließend gelöscht werde.

Um an die brennende Dämmwolle heranzukommen, muss jedoch erst die Metallschicht aufgebrochen werden. "Leider bekommen wir keine Spezialfirma, die das macht", erklärt Nölken. Ergo müssen sich seine Frauen und Männer "in mühseliger Handarbeit" mit großen Winkelschleifern selbst ans Werk machen.

Am Morgen hatten die Verantwortlichen überlegt, das Holzhaus mit Hilfe eines Krans aufzubrechen. Außerdem prüften sie, ob ein Radlader auf das Dach gehoben werden kann, um das brennende Haus einzureißen und so besser löschen zu können. Doch beide Ideen haben sie zwischenzeitlich wieder verworfen.

Infolge des Brands ist die Humboldtstraße in Hamburg, an der das Haus steht, weiterhin gesperrt. An einer nahe gelegenen Stadtteilschule fällt der Unterricht aus.

Am Sonntag waren die Anwohner über ein Katastrophenwarnsystem und im Rundfunk aufgefordert worden, wegen der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu lassen. Diese Warnung wurde aufgehoben.

Proberäume für Bands im Bunker

In dem sogenannten Musikbunker im Stadtteil Barmbek sind Proberäume für Bands und Musiker untergebracht. Glücklicherweise war niemand im Gebäude, als das Feuer ausbrach.

In der Hansestadt gibt es mehr als 50 Hochbunker. Die Stadt hatte die Bunkeranlagen im Rahmen einer Sicherheitsprüfung im vergangenen Jahr gezählt.

Die Überprüfung hatte die Stadt wegen zweier Bunkerbrände im Jahr 2015 angeordnet.(mcf/dpa)