Hitze, Hagel, Hochwasser, Tornado: Das Wetter in Deutschland scheint derzeit verrückt zu spielen. Doch so auffällig die extremen Seiten des Sommers scheinen - ungewöhnlich sind sie laut Meteorologe Dominik Jung offenbar nicht.

Bei Aalen in Baden-Württemberg zerstört ein Tornado einen Campingplatz und verletzt 27 Kinder, Anfang August tobten Unwetter über Deutschland und sorgten in Brandenburg, Hessen und Sachsen für schwere Hagelschäden und unter Wasser gesetzte Keller, dazwischen ächzte die Bevölkerung landesweit immer wieder unter Hitze: Was vielen Menschen als durch die Jahreszeit bedingte Extrem-Belastung erscheint, ist angeblich ein Sommer wie jeder andere - zumindest fast.

Ein Sommer der Extreme? Von wegen

Diplom-Meteorologe Dominik Jung sieht diese Wetterphänomene gelassen: "Wir haben Sommerwetter, da kommt es vor, dass sich starke Gewitter entwickeln." Sind diese Gewitter stark genug, kommt es zu großkörnigem Hagel. "Dann besteht die Möglichkeit, dass sich Tornados bilden können." Extremer als sonst ist der Sommer 2013 aber keineswegs. Im vergangenen Jahr gab es laut Jung weit mehr Gewitter, im Juni und Juli beinahe täglich.

Auch künftige Sommer sollen sich nach Meinung Jungs nicht gravierend von den bisherigen unterscheiden: "Es gab schon Klimaforscher, die vor zwei Wochen mit der These kamen, dass zukünftige Sommer immer heißer und trockener werden. Aber das haben sie auch schon nach dem Sommer 2003 gesagt." Von den vergangenen zehn Sommern sei nur dieser richtig trocken, was offenbar darauf schließen lässt, dass es auch in den nächsten Jahren zu keinen ungewöhnlichen Wetterextremen kommen wird.

Am Wochenende wird es wieder heiß

Eine gute Nachricht ist für alle Hagel-Geschädigten die Wettervorhersage für die kommenden Tage: Am Donnerstag, Freitag und Samstag steigen die Temperaturen deutschlandweit noch einmal auf 25 bis 28 Grad. Im Südwesten sind sogar 30 bis 32 Grad möglich. "Der Sommer kommt am kommenden Wochenende also noch mal zurück", sagt Dominik Jung.