Nachdem er zuletzt Ende Mai Schlamm ausgespuckt hatte, entfaltet der Feuervulkan nun seine ganze Kraft: Kilometerweit schleudert er Rauch und Asche in die Luft. Tausende sind auf der Flucht. Es gibt Dutzende Tote.

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Nach einem Ausbruch des Feuervulkans in Guatemala sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, Tausende befinden sich auf der Flucht aus dem Gebiet.

Die Zahl der Todesopfer stieg nach eingangs sieben auf mittlerweile 25. Das teilte der Sprecher des Katastrophenschutzes des lateinamerikanischen Landes, David de León, am späten Sonntagabend (Ortszeit) mit.

Dabei handele es sich um vorläufige Angaben, so De León in einer Mitteilung. Conred-Leiter Sergio García Cabañas befürchtete, dass die Opferzahl noch weiter steigen könne.

Ein Lavastrom habe das Dorf El Rodeo zerstört, teilte die Katastrophenschutzbehörde Conred weiter mit - dabei seien Menschen in ihren Häusern verbrannt.

Einige Siedlungen konnten am Sonntag noch nicht erreicht werden. Etwa 20 Menschen seien mit Verbrennungen in Krankenhäuser gebracht worden, sagte Gesundheitsminister Carlos Soto.

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1,7 Millionen Menschen von Vulkanausbruch betroffen

Rund 3.100 Menschen mussten das Gebiet verlassen, wie die Streitkräfte des lateinamerikanischen Landes auf Twitter mitteilten.

Laut Regierung waren rund 1,7 Millionen Menschen von dem Vulkanausbruch betroffen. Präsident Jimmy Morales besuchte am Abend die Conred-Einsatzzentrale und rief die Bevölkerung in dem Gebiet um den Vulkan rund 70 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Guatemala-Stadt auf, die Sicherheitshinweise zu beachten.

Die Regierung erwäge, den Katastrophenfall auszurufen, um das Ausmaß der Schäden inspizieren zu können, so Morales.

Nachbarländer nehmen Flüchtlinge aus

Er dankte Mexiko, Honduras und El Salvador für die Anteilnahme. Mexiko bot nach Angaben seines Präsidenten Enrique Peña Nieto Hilfe für den Nachbarstaat an.

Im Netz waren Bilder von Bewohnern rund um den 3.700 Meter hohen Berg zu sehen, die vor Feuer und Lava flüchteten. Über dem Gebiet breitete sich eine riesige Rauch- und Aschewolke aus.

In vier Departments des mittelamerikanischen Landes gingen Asche und Gestein nieder. In Videos aus der Region waren Straßenzüge und Bäume zu sehen, die mit einer weißgrauen Ascheschicht überzogen waren.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums mussten mehrere Menschen mit Verbrennungen in Krankenhäuser gebracht werden. Darunter waren auch mindestens sechs Kinder, wie das Ministerium auf Twitter mitteilte. Es seien Notunterkünfte für die Betroffenen eingerichtet und Essen bereitgestellt worden, so das Ministerium.

Helfer tragen mit Asche verschmierte Kinder aus Häusern

Auf Twitter verbreitete Videos der Streitkräfte zeigten Helfer, die mit Asche verschmierte Kinder aus Häusern trugen. Nach eigenen Angaben waren rund 300 Soldaten der Ejército im Einsatz.

Nach Conred-Angaben handelte es sich um den schlimmsten Ausbruch der vergangenen Jahre. Die Rauchwolken waren demnach bis in einer Höhe von sechs Kilometern über dem Meeresspiegel zu sehen.

Der Flughafen von Guatemala-Stadt musste wegen Ascheregens auf der Landebahn geschlossen werden, wie die Flugbehörde DGAC mitteilte.

Der Feuervulkan hatte bereits Ende Mai einen Schlammstrom ausgespuckt, wie das Institut für Seismologie und Vulkanologie Guatemalas auf seiner Homepage mitteilte. Bereits seit 2002 zeigt der Vulkan demnach immer wieder kräftige Aktivität. Historische Aufzeichnungen über Ausbrüche des Feuervulkans gehen dem Institut zufolge zurück bis in das Jahr 1531. (ank/dpa)